Die Menschen hier in den US-Bundesstaaten North und South Carolina sind an Hurrikans gewohnt. Die meisten wissen, was bei einer Sturmwarnung zu tun ist. Obwohl Fayetteville in North Carolina rund anderthalb Stunden Autofahrt von der Küste entfernt liegt, sorgen tropische Wirbelstürme mitunter auch hier für Überschwemmungen und Schäden an Gebäuden, Straßen, Brücken und Stromleitungen. Als 2016 Hurrikan Matthew zuschlug, musste die Stadt mehrere Tage lang ohne Wasser auskommen. Hinzu kam ein zweitägiger Stromausfall. Und das war noch gar nichts, denn andere Gegenden waren gleich ein oder zwei Wochen lang von der Stromversorgung abgeschnitten.

Kollegen sammeln für Kollegen

Vorbereitung auf Hurrikan Florence

Diesmal warnten uns die Behörden, dass Hurrikan Florence ganz anders geartet sei. Der Sturm bewege sich nur langsam fort, hieß es. So hatten wir zwar einerseits mehr Zeit zur Vorbereitung, andererseits sollte der Hurrikan jedoch im ganzen Staat immense Regenmengen niedergehen lassen. Die Behörden rieten, zu Hause zu bleiben und abzuwarten.

Lebensmittel für die HurrikanUm mich gegen den Sturm zu wappnen, wollte ich im Supermarkt Notvorräte einkaufen. Doch als ich dort ankam, waren Brot und Wasser schon knapp. Für eine einzelne Palette Mineralwasser – die Höchstmenge pro Kunde – musste man bei Walmart eine Stunde lang an der Kasse anstehen. Zu Hause ließen wir die Badewannen volllaufen, damit bei einer Unterbrechung der Wasserversorgung genug Spülwasser für die Toiletten vorhanden war. Außerdem legten wir Taschenlampen und Kerzen bereit, bestückten das Eisfach mit Kühlaggregaten und trafen alle weiteren Vorkehrungen, die für solche Fälle angeraten werden. Dann hieß es: warten. Als der Hurrikan schließlich eintraf, trieb uns das erbarmungslose Trommeln des Regens auf dem Dach fast in den Wahnsinn!

Produktionsstillstand

MANN+HUMMEL stellte den Betrieb bereits am Donnerstag ein – bereits zwei Tage vor der voraussichtlichen Ankunft des Sturms. So hatten alle Mitarbeiter Zeit, sich vorzubereiten und ihre Kinder daheim zu betreuen, denn auch die Schulen wurden geschlossen. Am Wochenende war es soweit: Der Hurrikan erreichte die Region. Am Montag nahmen die Werke in Dillon und Fayetteville den Betrieb teilweise wieder auf, obwohl es in beiden Gebäuden Flut- und Elektrikschäden gab. Für Situationen wie diese haben wir eine Telefon-Hotline, die Mitarbeiter anrufen können. Wir empfahlen allen, zur Arbeit zu kommen – aber nur, wenn kein Risiko bestand.

diverse Spenden für Hurrikan OpferDie Bewältigung der Folgen

Bald stellte sich heraus, dass Hurrikan Florence einigen Kollegen übel mitgespielt hatte. Viele Kollegen wohnen in Lumberton, einer Stadt etwa auf halber Strecke zwischen Dillon und Fayetteville, und pendeln von dort zu einem der Werke. Mit dem Ziel, diesen Kollegen zu helfen, beriet sich das US-Team der Abteilung Personalwesen.

Wir baten alle Betroffenen, uns mitzuteilen, woran es ihnen fehlte. Benötigt wurden vor allem Reinigungsmittel, um Flutschäden zu beseitigen, aber auch Windeln, Lebensmittel, Toilettenartikel, Kleidung und Decken.

Sara Longardner bat per E-Mail um Spenden, die auch schon bald von nah und fern eingingen – etwa aus Portage in Michigan, Dunlap in Tennessee und Raleigh in North Carolina, um nur drei Beispiele zu nennen. Als Sammelstelle diente unser Vertriebszentrum in Gastonia (North Carolina). Ich bin sehr froh darüber, dass wir alle Bedürftigen versorgen konnten. Am Ende blieben sogar einige Lebensmittel übrig. Diese spendeten wir unserem Wohltätigkeitspartner, dem Urban Ministry, zur Weiterverteilung an andere Sturmgeschädigte vor Ort.

viele Sachspenden für Hurrikan Opfer

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Insgesamt konnten wir 34 Kollegen helfen. Damit erhielten 34 Familien die nötige Unterstützung. Die meisten kehren inzwischen zum gewohnten Alltag zurück. Ich weiß aber von zwei Mitarbeitern, die noch immer bei Verwandten wohnen, da ihre Häuser erst renoviert werden müssen. Mein Dank geht an alle Spender, die bereits genannten Kollegen, Kaitlin Nunnery sowie an Charles Vaillant und sein Team – sie alle halfen bei der Spendenorganisation vor Ort. Und natürlich bedanke ich mich bei allen MANN+HUMMEL Mitarbeitern, die Vorräte gesammelt, verpackt und eingesendet haben. Bei uns werden eben echte FILTER-Werte gelebt!