Die Begeisterung für den Motorsport wurde mir im wahrsten Sinne des Wortes in die Wiege gelegt: Schon meine frühesten Kindheitserinnerungen verbinde ich mit dem Geruch von Benzin, dem Gedränge in der Boxengasse und den Geräuschen der Motoren – ich bin praktisch an der Rennstrecke aufgewachsen. Mit einem Vater wie Klaus Ludwig, dem erfolgreichsten deutschen Tourenwagenfahrer aller Zeiten, kann das wohl auch nicht anders sein.

Als Spätstarter im Motorsport

An die Karriere meines Vaters kann ich mich noch gut erinnern, da er bis 2007 aktiv gefahren ist. Auch heute ist er noch überall in der Szene unterwegs – da bekomme ich natürlich viel mit und begleite ihn häufig. Dass ich selbst allerdings nicht nur den Enthusiasmus, sondern auch das Talent für den Motorsport von meinem Vater geerbt habe, zeigte sich erst relativ spät. Denn obwohl ich das Geschehen an der Rennstrecke immer gebannt verfolgte, hatte ich lange Zeit keine Ambitionen, selbst Rennfahrer zu werden.

So saß ich erst 2008, mit damals 20 Jahren, das erste Mal in einem Rennwagen. Diese Fahrt fand – wie könnte es anders sein – auf der Nordschleife statt. Und damals hat es mich dann so richtig gepackt: Seit 2009 trete ich regelmäßig bei verschiedensten Rennen wie dem ADAC Zurich 24h-Rennen und den ADAC GT Masters an. Kaum wurde mein Ehrgeiz geweckt, wollte ich immer mehr fahren, ausprobieren – und natürlich auch gewinnen.

Große Erfolge und große Pläne

Trotz meiner vergleichsweise späten Anfänge im Rennsport zeigten sich direkt erste Erfolge. Ich arbeitete hart, holte schnell auf und lernte viel dazu. Mit dem Sieg in den GT Masters im Jahr 2015 ging für mich ein großer Traum in Erfüllung.

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Natürlich kommen solche Erfolge nicht von alleine. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, dass Motorsport viel mehr ist, als einfach nur Gas zu geben. Solche Wettkämpfe erfordern vollste Konzentration, konstante Höchstleistungen, sekundenschnelle Entscheidungen und eine ausgeklügelte Taktik. Es ist eine hundertprozentige Teamleistung, bei der alles bis ins kleinste Detail stimmen und reibungslos funktionieren muss. So viele Faktoren spielen eine Rolle und können das Ergebnis beeinflussen. Und gerade auf der Nordschleife, die noch einmal um einiges anspruchsvoller ist als andere Rennstrecken, ist mein Anspruch an mich selbst doppelt so hoch, weil es quasi meine Heimatstrecke ist. Hier bin ich groß geworden – da will ich natürlich auch meine eigenen Erwartungen erfüllen.

Auf der Rennstrecke zuhause

Diesen enormen Druck, die Verantwortung, die auf einem Fahrer lastet und den permanenten Stress, immer auf Achse zu sein, muss man wirklich wollen. So etwas funktioniert nur, wenn man zu hundert Prozent auf seine Ziele fokussiert ist. Nicht vom Weg abzukommen und sich nicht ablenken zu lassen sind Lektionen, die auf der Rennstrecke genauso gelten wie im restlichen Leben.

Wie es bei mir weitergeht? Das wird sich zeigen. 🙂 Allerdings kann ich garantieren, dass ich noch lange nicht am Ende meines Weges angekommen bin: Zu meinen Zielen gehört es, einmal ein 24h-Rennen zu gewinnen. Der GT-Sport ist zukunftsweisend, spannend, abwechslungsreich und natürlich: Motorsport auf Spitzenniveau. Es gibt immer noch etwas zu erreichen, immer noch etwas zu lernen. Es ist natürlich jedes Mal aufs Neue ein wunderbares Erlebnis, bei einem Rennen dabei zu sein. Mit vielen Fahrerkollegen verbinde ich langjährige Freundschaften. Bei all den Erinnerungen und den bekannten Gesichtern fühle ich mich an der Rennstrecke einfach wie zuhause.

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Dass sich die Wege hier immer wieder kreuzen, zeigt auch unsere diesjährige Teamkonstellation: Die Namen Zakowski, Heyer, Asch und Ludwig kennen viele noch aus alten Zeiten. Es ist eine einzigartige Geschichte, diese Bande neu aufleben zu lassen und ich freue mich, gemeinsam mit Kenneth, Basti und dem MANN-FILTER Team ZAKSPEED an den Start zu gehen. Wir konnten 2016 auch schon tolle Ergebnisse einfahren und sind nun umso motivierter für die restliche Saison! 🙂