Der spannendste Moment beim Aufbau einer neuen Anlage ist der, wenn sie das erste Mal anläuft. Da fragt man sich natürlich: Haut das jetzt alles hin? Der Aufbau der neuen Kombifilterlinie in Himmelkron war für mich das erste Projekt in dieser Größenordnung. Die Linie ist knapp 35 Meter lang und dient der Herstellung von Innenraumfiltern. Drei randvolle LKWs haben die einzelnen Bauteile angeliefert.

Damit unser Maschinenbauer bei uns reibungslos abladen und aufbauen konnte, musste ich vorab die logistischen Vorbereitungen treffen. Einerseits klärte ich ab, welche Hebezeuge für die Montage benötigt werden. Andererseits übernahm ich die Layoutplanung: Ich bereitete die Umgebung so vor, dass die nagelneue Anlage gut positioniert ist und ich keinerlei Probleme mit bereits vorhandenen Maschinen, Anlagen oder Rohrleitungen bekam. Da wir eine Stahlbühne über dieser Linie haben, die uns quasi als zweite Etage dient, musste ich zusammen mit dem Bühnenbauer entsprechende Änderungen zum Beispiel an den Trägerpositionen vornehmen um nicht mit den Türen der Linie oder benachbarten Maschinen zu kollidieren. Das war aus statischen Gründen nicht ganz einfach.

Während der Hersteller die Anlage relativ selbständig aufbaute, organisierte ich parallel die Verlegung von Rohrleitungen, Kabeltrassen und den Aufbau der restlichen Beistellungen. Das sind Module, die zur Anlage gehören aber extern beschafft werden müssen. Dazu gehören z.B. Absauganlagen oder eine Zuluftkühlung. Für mich war das alles ziemlich viel organisatorischer Aufwand: Alle Beteiligten sollten parallel arbeiten und die umliegenden, laufenden Produktionen so wenig wie möglich beeinträchtigen. Da ist dann im einen oder anderen Moment Improvisationstalent gefragt. Nur gut, dass überall eingespielte Teams am Werk waren – ohne die wäre ein so reibungsloser Verlauf nur schwer möglich gewesen.

Jetzt steht noch das Anlernen der Mitarbeiter auf dem Programm. Gleichzeitig bringen wir nach und nach die verschiedenen Produkte auf die Linie. In der Anfangszeit bedeutet das für mich: viel Betreuung. Wenn die Produktion dann richtig läuft, sieht man, wofür die ganze Arbeit gut war. Die ganzen Wochen der Planung, der Vorbereitung,  des Aufbaus und der Betreuung  waren und sind sehr stressig, aber auch total interessant. Ich habe viel gelernt und einige gute Erfahrungen aus diesem Projekt mitnehmen können.