Im letzten Jahr haben mein Kollege Werner Birx aus Marklkofen und ich das Azubi-Projekt bei MANN+HUMMEL ins Leben gerufen. Grundidee des Ganzen: Wir wollten die enge Zusammenarbeit der einzelnen Standorte in Deutschland schon in der Ausbildung abbilden. Dabei sollen sich unsere Auszubildenden zum einen gegenseitig kennenlernen – und, was noch wichtiger ist: Sie sollen die Arbeit in Projektteams erleben, denn eins lässt sich ohne Übertreibung sagen: Mittlerweile ist fast alles, was im Unternehmen läuft, „Projekt“.

Unser Azubi-Projekt läuft inzwischen seit einem guten Jahr. Die technischen Azubis haben sich gemeinsam das Ziel gesetzt, eine Apparatur zur Messung von Feinstaub und Luftqualität zu entwickeln und diese dann in ein Gehäuse einzubauen, das an ihren jeweiligen Standorten gefertigt wird. Im „richtigen Arbeitsleben“ würde eine solche Entwicklung als Projekt organisiert, an dem deutschlandweit, wenn nicht sogar international, Kolleginnen und Kollegen mitwirken – und mit dem Azubi-Projekt können wir diese Alltagspraxis in die Ausbildung einfließen lassen.

Azubis diskutieren am Tisch

Onboarding-Programm als erste Stufe

Die erste Stufe – das gegenseitige Kennenlernen der Auszubildenden – ist bei MANN+HUMMEL über unser Onboarding-Programm organisiert. Während der gesamten Ausbildungszeit finden hierzu mehrere Module statt. In verschiedenen Coachings und Trainings lernen und erfahren die jungen Leute vieles über Team- und Projektarbeit.

Azubis diskutieren den Status des Projekts

Damit diese Erkenntnisse nachhaltig bleiben und gefestigt werden, haben wir Anfang 2018 nun das Azubi-Projekt gestartet. Mit ihm schlagen wir gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Zum einen lernen die Auszubildenden aus eigener Erfahrung, wie standortübergreifende Projektarbeit funktioniert. Sie lernen die Rollen in einem Projekt kennen, in dem sie selbst als Projektleiter und Projektmitglieder agieren. Und sie lernen verschiedene Tools und Methoden kennen. Dabei erfahren sie auch, welche Herausforderungen – u.a. die projektinterne Kommunikation oder der Wechsel von Projektteammitgliedern – auftreten können. Zweitens können die Lehrlinge schon in der Ausbildung damit anfangen, ihr persönliches Netzwerk aufzubauen, und zwar nicht nur am eigenen Standort, sondern standortübergreifend. Dieses Netzwerk wird auf jeden Fall für ihre spätere Weiterentwicklung im Unternehmen förderlich sein.

Am Laptop wird der Verlauf verfolgt

Digitale Qualifikationen machen Ausbildung attraktiver

Die Auszubildenden lernen in dem Projekt aber auch, neue Hard- und Software zielführend einzusetzen. Das reicht von Skype-Konferenzen, über die sie ihre Kommunikation standortübergreifend organisieren, bis zum Mikrocontroller, über den wir den Messaufbau steuern. Dabei sollen sie bewusst eigene Erfahrungen sammeln. Was digitale Qualifikationen angeht, so werden diese heute schon von den Auszubildenden gefordert – gerade die Jungen bringen hier ohnehin viel Wissen mit.

drei Azubis am TischIn einem global aufgestellten Unternehmen wie dem unsrigen, geht es immer wieder um Vernetzung und darum, funktionale Zusammenhänge praktisch zu erfahren. Gerade im Hinblick auf Industrie 4.0 müssen wir vorausschauend qualifizieren. Da hier unterschiedliche Technologiesegmente zusammentreffen, sind bei den Nachwuchskräften interdisziplinäre Kenntnisse und ein hohes Maß an Flexibilität gefordert. Hier kann ein standortübergreifendes Azubi-Projekt gute Dienste leisten.

Planung und Konstruktion unseres Projekts sind nun abgeschlossen. Wir bestellen gerade die verschiedenen Bauteile. Dann beginnt der Bau des Prototypen. Sobald dieser fertig ist, werden wir ihn hier vorstellen. Daher freuen wir uns, wenn Sie uns hier noch ein wenig begleiten.