Trinkwasser Senegal 1

Vor einigen Jahren beschlossen die Stadt Ludwigsburg und ihre französische Partnergemeinde Montbèliard eine Kooperation für Afrika. Seither gibt es in Ludwigsburg einen jährlichen Afrikatag, auf dem Hilfsprojekte für den Kontinent im Fokus stehen. Als einer der größten Arbeitgeber der Stadt ist MANN+HUMMEL stark in der Region verwurzelt. Für uns war es deshalb selbstverständlich, die Afrikahilfe der Stadt Ludwigsburg mit unseren Kompetenzen zu unterstützen.

Sauberes Trinkwasser wird immer wichtiger

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Ludwigsburg und weiteren Partnern planen wir im senegalesischen Thiès eine Wasseraufbereitungsanlage. Ausgehend von den Projektrahmenbedingungen können am Tag bis zu 60.000 Liter sauberes Trinkwasser erzeugt werden. Um unsere Planungen in die Wege zu leiten, habe ich mir kürzlich vor Ort ein Bild der Situation gemacht.

Thiès ist die drittgrößte Stadt im Senegal, knapp 70 Kilometer von der Hauptstadt Dakar entfernt. Der westafrikanische Staat erlebt eine rasche Urbanisierung, die Städte wachsen rasant. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser wird immer wichtiger, vor allem da die Niederschlagsmenge in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen ist und der Senegal regelmäßig mit verheerenden Dürreperioden zu kämpfen hat.

Das Trinkwasser reicht nicht

Trinkwasser Senegal 2

Doch das Problem ist nicht nur im Senegal akut: Laut Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation WHO haben drei Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sauberem Wasser. Durch die demographische Entwicklung und zunehmende Migrationsbewegungen verstärkt sich das Problem vor allem in Entwicklungsländern. Auf der Suche nach Arbeit zieht die Bevölkerung vom Land in die schnellwachsenden Städte. Doch das örtliche Wasserleitungsnetz wächst längst nicht in ähnlichem Tempo mit. Die Folge: Die Menschen, meist in der Peripherie der Städte wohnend, müssen lange Wege in Kauf nehmen, um die zentrumsnahen Wasserstellen zu erreichen. Probleme mit Quantität und Qualität des Trinkwassers sind die Regel. Studien der Vereinten Nationen im Rahmen des World Water Day 2014 prognostizieren, dass bis Mitte des Jahrhunderts bis zu sieben Milliarden Menschen von Wasserknappheit betroffen sein könnten.

Ultrafiltrationsanlage ist flexibel und schnell einsetzbar

Unsere Ultrafiltrationsanlage mindert diese Probleme. Sie ist hoch mobil, schnell einsetzbar und zeichnet sich durch einen geringen Energieeinsatz aus. Wir können sie flexibel überall dort einsetzen, wo Menschen sauberes Trinkwasser benötigen, beispielsweise in Krisengebieten oder Regionen mit mangelnder Infrastruktur.

Bevor wir die Aufbereitungsanlage installieren, untersuchen wir das Trinkwasser vor Ort und definieren Qualitätsanforderungen. Um den Keimanteil sowie den Salzgehalt zu messen, war ich kürzlich auf Einladung der Stadt Ludwigsburg im Senegal. Bereits seit einigen Jahren engagiert sich Ludwigsburg gemeinsam mit seiner französischen Partnerstadt Montbèliard in Hilfsprojekten in Afrika. Zusammen mit weiteren Industriepartnern aus der Region soll im Rahmen dieses Projekts die Trinkwasserqualität der Einwohner von Thiès verbessert werden.

Wasserfiltration schafft hochwertiges Trinkwasser

Unsere Membrananlagen machen aus Brackwasser in mehreren Schritten sauberes Trinkwasser. Über eine Vorfiltration werden grobe Feststoffverunreinigungen, zum Beispiel Sandkörner, abgetrennt. Im nächsten Schritt strömt das Wasser in die zentrale Einheit des Ultrafiltrationsmoduls. Durch eine Kapillarmembran mit einer Porengröße von 30 Nanometern werden Bakterien und Keime abgetrennt. Sollte der Salzgehalt des Wassers zu hoch sein, integrieren wir zusätzlich noch eine Entsalzungsanlage. Mit diesem „Baukastenprinzip“ ist unsere Ultrafiltrationsanlage auf alle Qualitätsanforderungen skalierbar und verwandelt keimbelastetes Wasser in einem Durchlauf in hochwertiges Trinkwasser.

Mit der etablierten Membran- und Aufbereitungstechnologie, die bei uns in Ludwigsburg erdacht und in Singapur produziert wird, ist MANN+HUMMEL im Zukunftsmarkt Wasserfiltration gut aufgestellt. Die Membranen haben sich bewährt und werden die Zukunft der Trinkwasser- als auch der industriellen Wasseraufbereitung maßgeblich beeinflussen.