Schiffbau auf der SMMSchiffbau, Motorentechnik und Marinetechnologie – diese drei großen Themenfelder geben der Messe SMM in Hamburg ihren Namen. Rund 2.000 Aussteller aus allen Kontinenten präsentieren vom 9. – 12. September 2014 in der Hansestadt ihre neuesten Entwicklungen und Innovationen für die internationale Schiffbauindustrie.

Auch wir von MANN+HUMMEL sind in Halle A4, Stand 111 mit an Bord. Besonders freue ich mich, dass unsere neuen Kraftstoffvorfilter der Baureihe PreLine 1201 vorgestellt werden.

Sie trennen auf sehr wirkungsvolle Weise Wasseranteile und Verschmutzungen aus Dieselkraftstoffen. Eingesetzt werden unsere Filter vor allem in 4-Takt-Schiffsmotoren, wie sie typisch sind für bis etwa einhundert Meter lange Schiffe auf Flüssen, Seen und Weltmeeren.

Kraftstofffilter im Schiffbau

PrelineSeit mehr als zehn Jahren beschäftige ich mich bei MANN+HUMMEL mit Kraftstofffiltern. Mein erstes Projekt im maritimen Bereich damals war ein Doppel-Filterkopf aus Sphäroguss, welcher stahlähnliche mechanische Eigenschaften besitzt. Über eine Umschalteinrichtung – aus zwei miteinander verbundenen Kugelhähnen bestehend – kann von einem Filterelement auf das andere umgeschaltet werden. Dadurch lässt sich ein verschmutztes Filterelement austauschen, ohne den Motorenbetrieb unterbrechen zu müssen. Auf diese konstruktiven Anfänge greift das heutige PreLine Filtersystem 1201 zurück.

Besonderheiten im Schiffbau

Schiffbau auf der SMMIn all diesen Jahren stand ich in engem Kontakt mit dem Germanischen Lloyd, einer Klassifikationsgesellschaft für die technische Abnahme im Schiffbau. Kraftstofffilter für Schiffe unterliegen nämlich besonderen Anforderungen. Da muss auf die Schmelztemperaturen von Werkstoffen und ihre Dehnungseigenschaften geachtet werden. Je nach Material von Filtergehäuse und Komponenten müssen 30-minütige Flammprüfungen durchgeführt werden, der Filterwechsel muss leckagefrei möglich sein, umfangreiche Schwingungs- und Pulsationsprüfungen sind durchzuführen, Auflagen an den Berstdruck sind einzuhalten und vieles mehr.

In all diesen Bereichen haben wir viele Innovationen umgesetzt. Ein Beispiel ist die Isolierung unseres Füllstandsensors, der aus dem Kraftstoff abgeschiedenes Wasser erkennt.

Dieser Füllstandsensor ist am Filterelement montiert und meldet über zwei Elektroden, wenn etwa ein halber Liter Wasser abgeschieden ist und vom Maschinisten abgelassen werden muss. In der Entwicklung musste ich mich mit dieser vermeintlich einfachen Komponente intensiv auseinandersetzen. Kein Wunder, dass der Füllstandsensor mit einem Gehäuse aus Polyamid bei Flammtests sprichwörtlich „abgeraucht“ ist und auch einfache Schutzmaßnahmen keine funktionierende Lösung darstellten.

Verbrennung im Schiffbau

Ich habe dann zunächst mit feuerfesten, mineralischen Stampfmassen als Werkstoff geforscht, wie sie auch beispielsweise in Schmelzöfen eingesetzt werden. Der Sensor wurde dadurch zwar feuerfest, aber als Bauteil viel zu schwer und schwingungsempfindlich. Aus dem Entwicklungsteam ergab sich der Kontakt zu einem Unternehmen in Köln, das Werkstoffe für den Brandschutz herstellt. Gemeinsam haben wir ein geeignetes leichtes Material entwickelt, das keine Gewichtsprobleme verursacht, im Brandfall aufschäumt und dabei eine feuerfeste Schutzschicht bildet. Parallel dazu habe ich noch eine Sensorvariante mit einem isolierten Schutzbecher um den Sensor entwickelt.

Für beide Ausführungen, erhielten wir im November 2013 vom Germanischen Lloyd die Bauteilfreigabe, das sogenannte Type Approval, welches es erlaubt, unseren Kraftstoffvorfilter PreLine 1201 auf Schiffen mit Solas-Anforderungen einzusetzen. Solas ist eine UN-Konvention zur Schiffssicherheit.

Und die Entwicklung geht weiter. Neue Motoren mit neuen Einspritzsystemen erfordern Filter, die noch höheren Drücken standhalten. Druckfest bis 20 bar nach Solas-Richtlinie heißt unser nächstes Entwicklungsziel. Und ich habe auch schon eine Idee, wie es funktionieren wird…

Weitere Informationen zu Filtersystemen für maritime Anwendungen.