Multikulturelles Büro in Singapur

Ein Büro, fünf Nationalitäten – unser multikulturelles Team

Singapur hat eine Sonderstellung: Es ist eine Stadt und ein Staat in einem, und das alles auf einer klitzekleinen Insel. Mit dem Auto fährt man in einer halben Stunde vom einen zum anderen Ende. Wenn ich Besuch von Freunden aus Deutschland bekomme, sind die anfangs immer überrascht, wie effizient hier alles läuft.

Alles ist geordnet, alles ist sauber und alles hat Regeln, die von allen befolgt werden. Das erstaunt viele Besucher. Als Beispiel kann ich den Flughafen nennen: Wer schon mal in Frankfurt am Gepäckband gestanden hat weiß, dass man manchmal bis zu einer halben Stunden auf den Koffer warten muss. Zum Zeitpunkt wenn man in Singapur aus der Passkontrolle kommt, ist das Gepäck meistens schon da. Und so effizient läuft hier alles ab.

Singapur ist sehr stark von Europa und Amerika beeinflusst, was das Leben und das Verhalten der Leute angeht. Es ist eigentlich „Asien light“, hat natürlich aber auch asiatische Viertel, die für den ein oder anderen Europäer einen Kulturschock darstellen könnten. Ich finde es immer sehr lustig, die Reaktionen zu beobachten, wenn Leute die Straße entlang laufen und sich plötzlich in einem indischen Viertel wiederfinden.

Interkulturelle Unterschiede

Es gibt wirklich viele Nationalitäten am Standort Singapur. Wenn ich mich umschaue, sehe ich sechs Personen in meinem Büro, aus fünf verschiedenen Ländern. China, Indien, die Philippinen, Singapur und Deutschland – und das in einem Raum.

Dabei gibt es kulturelle Unterschiede, das ist klar. Allerdings bin ich vor acht Jahren aus Deutschland ausgewandert, deshalb weiß ich fast gar nicht mehr, wie dort gearbeitet wird. Einige Dinge sind mir aber noch in Erinnerung geblieben, speziell die direkte Art der Kommunikation.

Es ist sicherlich so, dass Asiaten eine andere Herangehensweise an die Arbeit haben als Deutsche. Hier ist es nicht üblich die Dinge direkt anzusprechen, sie werden eher umschrieben. Vor allem negative Themen werden nie konkret kommuniziert. Wenn man dann mit einer typisch deutschen Ansage kommt, wie beispielsweise „wir machen das jetzt so und zwar aus dem und dem Grund“, kann das Kollegen schon mal verschrecken. Auch eine interne Kommunikation, die offen alle Themen kommuniziert, ist hier nicht üblich. Ich habe mir deshalb angewöhnt, nicht mehr so direkt zu sein, wie ich es vielleicht in Deutschland wäre und versuche mein Anliegen freundlich und positiv zu verpacken.

Expats in Singapur

Der Ausländeranteil in Singapur liegt bei fast 40 Prozent und machte es mir unendlich einfach Kontakte zu knüpfen und Leute kennenzulernen. Das Problem ist nur: Wer hier langfristig lebt, muss beobachten, dass die meisten Leute nach drei bis fünf Jahren wieder gehen, da sie von einer Firma entsendet wurden. Hier herrscht eben das typische Expat-Leben. Deshalb bin ich froh, dass ich während meines Praktikums am Anfang meiner Zeit in Singapur viele lokale Freunde gefunden habe, von denen ich mich nicht verabschieden muss. Über meine Bekanntschaften, aus allen Teilen der Welt, habe ich dann auch meinen jetzigen Ehemann kennengelernt. Er ist Inder.

Die Skyline von Singapur