Testen, ob der Sportsound gefunden wurdeWer sich in ein sportliches Auto setzt, möchte nicht nur rasant beschleunigen und die Faszination hoher Geschwindigkeit erleben. Das Sahnehäubchen auf dem sportlichen Fahrerlebnis ist die passende akustische Kulisse. Wenn der Fahrer aufs Gaspedal drückt, muss er nicht nur die angekündigten Drehmomente und Beschleunigungskräfte spüren, er muss auch das Brummeln, Knurren, Röhren und Brüllen seines Sportgeräts hören können.

Und genau das ist bei modernen Automobilen nicht mehr ohne weiteres gegeben. Der satte Sound, früher bei großvolumigen Fahrzeugen quasi serienmäßig an Bord, geht heutzutage zunehmend verloren. Verantwortlich dafür ist das Downsizing der Motoren, bei dem die gewünschte Leistung aus kleineren Hubräumen kommt. Vor allem bei aufgeladenen Motoren wird der sonore Sportsound durch Dämpfung und unerwünschte Lader-Geräusche verschüttet.

Doch findige Akustikingenieure haben längst Lösungen parat. Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt begann unsere Abteilung mit der Entwicklung von Soundmodulen, die in der Lage sind, den verlorenen Sportsound wieder zurückzuholen. Symposer,  Soundpipe und Active Noise Control heißen die Klangveredler.

Der Symposer geht direkt an die Quelle: Er nimmt die Pulsationen des Motors in der Nähe der Drosselklappe auf, wo sie noch unverfälscht vorliegen, verstärkt sie und leitet das gefilterte Geräusch ins Cockpit – und der Fahrer erhält das gewünschte sportliche Sound-Feedback.

Weiterer Vorteil des Soundtransfers: das Fahrzeug gibt kaum zusätzliche Geräusche an die Umgebung ab, wie man es von Sportschalldämpfern kennt, und kann somit die gesetzlichen Lärmvorschriften leichter einhalten. Das Ganze funktioniert sowohl bei aufgeladenen Motoren als auch bei Saugern.

Für einen besseren Sportsound: der SymposerFür einen satten Sportsound: die SoundPipe

 

 

Ähnlich arbeitet die ebenfalls von unserem Unternehmen entwickelte Soundpipe. Allerdings dient hier als Klangverstärker eine schwingende Membran, welche die Pulsationen des Motors wie eine Trommel verstärkt. Dieses Prinzip eignet sich nur für Saugmotoren.

Unser Team bei MANN+HUMMEL brachte den weltweit ersten Symposer im Jahr 2005 in der Sportvariante eines Kompaktwagens auf den Markt. Seitdem hat die Innovation in den unterschiedlichsten Fahrzeugklassen Einzug gehalten, in Sportversionen von Luxus-Limousinen ebenso wie in Geländewagen, Sportcoupés und Kleinwagen. Für die Automobilhersteller bieten die kleinen Soundmodule nicht nur die Möglichkeit, ihren sportlichen Fahrzeugen akustisch mehr Drive mitzugeben. Symposer und Co. helfen auch, den Klang von Motoren abzurunden („Sounddesign“) oder einen zur Marke passenden Motorsound zu formen („Soundbranding“).

Folgende Audiofiles zeigen den Effekt bei einem 8 Zylindermotor:

Ohne Soundpipe

Mit Soundpipe

 

Aktiv Sportsound erzeugen

Neben passiven Systemen wie dem Symposer und der Soundpipe ziehen in jüngster Zeit häufiger auch aktive Klanggeneratoren wie die Active Noise Control (ANC) ins Automobil ein. Sie sind in der Lage, den gewünschten Klang mit Hilfe der Elektronik komplett erzeugen. Typisch für einen aktiven Soundgenerator wie ANC ist der relativ cleane Klang. Im Unterschied dazu liefert der passiv arbeitende Symposer eher einen kernigen „dirty sound“. Wem man den Vorzug gibt, ist sicherlich auch Geschmackssache. Mit der zunehmenden Verbreitung von Hybriden und Elektrofahrzeugen werden wir von ANC-Systemen mit Sicherheit noch viel hören. Sie können ohne weiteres leise anfahrende Elektroautos für Fußgänger hörbar machen und das Umschalten zwischen Elektro- und Verbrennungsmotor akustisch angenehm gestalten.