… es muss auch für effiziente Abscheidung gesorgt werden. Mit dieser sehr ambitionierten Einstellung betreiben das Management Center Innsbruck und MANN+HUMMEL seit vielen Jahren sehr erfolgreich ihre Forschungszusammenarbeit. Dass auch bei dem letzten gemeinsamen Projekt zur Auslegung und Entwicklung einer Zyklonzelle in kurzer Zeit ein verbessertes marktfähiges Produkt entstand, liegt besonders an einem Faktor: der guten Vertrauensbasis zwischen den Projektpartnern.

Das Management Center Innsbruck (MCI) ist eine unternehmerisch arbeitende Hochschule und Tochter der Universität Innsbruck. Seine originäre Aufgabe ist es, Studierende qualitativ hochwertig auszubilden und dabei anwendungsnahe, industrieorientierte Forschung zu betreiben.

Ich selbst leite die Forschung, Entwicklung und den Technologietransfer in den „Engineering & Life Science Departments“. Dazu gehören die Departments Verfahrens- und Umwelttechnik, Bio- und Lebensmitteltechnologie, Maschinenbau–Mechatronik und das Department Wirtschaftsingenieurwesen. Aus diesen technischen Kerndisziplinen speisen wir unsere sieben Forschungscluster, wovon einer der Schwerpunkte „Fluids & Mechanics“ heißt. In diesem F&E-Schwerpunkt haben wir unsere Kompetenzen in den Bereichen der Struktur- und Fluidmechanik sowie der Partikeltechnologie und Fluidsystemtechnik gebündelt, und hier ist auch die Forschungszusammenarbeit mit MANN+HUMMEL angesiedelt.

Die besondere Stärke von „Fluids & Mechanics“ liegt in dem fächer- und methodenübergreifenden Ansatz. Dazu gehören beispielsweise die experimentelle Verifikationsmöglichkeit von Simulationen oder der regelungstechnischen Eingriff in mechanische Systeme. Im Vordergrund steht dabei immer die für das jeweilige Problem geeignetste Lösung. Im Sinne einer möglichst großen Praxisnähe fertigen wir per 3D-Druck regelmäßig nach bestimmten Meilensteinen Prototypen an, die in Feldversuchen getestet werden und wiederum Rückschlüsse für die computergestützte Simulation bieten.

Zyklon

Dieses Vorgehen wurde auch bei dem Forschungsprojekt zur Auslegung und Entwicklung einer Zyklonzelle umgesetzt, das wir von April 2014 bis April 2015 im Auftrag des Geschäftsbereichs Industriefiltration bei MANN+HUMMEL durchgeführt haben. Vorgegeben waren definierte Zielgrößen wie der maximale Druckverlust sowie der erzielbare Abscheidegrad der zu entwickelnden Zyklonzelle. Darauf aufbauend haben wir Optimierungspotentiale erhoben und folglich in mehreren Prototypen umgesetzt. Die Optimierungen betrafen vor allem die Messung der Strömungsvorgänge des dispersen Gasstromes im Inneren des Zyklons, welche mit laseroptischen PIV-Messsystemen evaluiert und empirischen Testreihen optimiert wurden.

Die Ziele, die uns MANN+HUMMEL in den Forschungsprojekten setzt, sind immer recht sportlich. Anfangs erscheinen die Zielgrößen mitunter ziemlich unrealistisch; sie sind aber auf jeden Fall ein Ansporn für unsere Mitarbeiter, in ganz neue Richtungen zu denken. Manch’ einen mag das abschrecken, aber ich denke, man muss nach den Sternen greifen, um beim Scheitern zumindest nur bis zu den Wolken zu fallen. Dafür lässt MANN+HUMMEL uns viel Freiraum, was die Methodik, den Umgang mit dem Forschungsbudget oder die projektrelevante Laborausstattung angeht.

Was mir an der Forschungszusammenarbeit mit MANN+HUMMEL besonders viel Spaß macht, ist die sehr kollegiale Zusammenarbeit und die gute Vertrauensbasis, die wir uns im Lauf der vergangenen acht Jahre erarbeitet haben. Sie ermöglicht es uns, frei in viele Richtungen zu forschen, ohne immer unter dem Druck zu stehen, möglichst schnell das Gewünschte liefern zu müssen. Unsere Projektpartner bei MANN+HUMMEL vertrauen darauf, dass die guten Ergebnisse in Korrelation zu forscherischer Freiheit stehen und zur richtigen Zeit auch kommen – und die Erfolge der Vergangenheit geben uns recht. Daher machen die Forschungsprojekte besonders viel Spaß.

Unsere Projektpartner sind wirklich sehr gute Ingenieure, mit denen wir auf Augenhöhe sprechen und die viel Erfahrung in der Umsetzung haben. Als Wissenschaftler hat man generell ja etwas weniger Einblick in die Marktbedürfnisse als die Leute, die in den Unternehmen an vorderster Front stehen. Das macht die Kooperation wiederum sehr spannend, weil man bei den Projektbesprechungen auch immer wieder die Marktfähigkeit und die industrielle Umsetzbarkeit eines Produkts mitdiskutiert. In der Forschungszusammenarbeit mit der Industrie lernen alle Seiten viel voneinander, die Industrie erhält Problemlösungskonzepte, die Forschungszentren motivieren ihre Mitarbeiter mit spannenden und umsetzungsrelevanten Aufgabenstellungen und die Studierenden bekommen einen unbezahlbaren Einblick in einen potentiellen Arbeitsbereich ihrer Zukunft.