Mein duales Studium des Wirtschaftsingenieurwesens bei MANN+HUMMEL bringt mich im kommenden Jahr über Istanbul  nonstop nach Kanada und Brasilien. Normalerweise arbeite ich bei MANN+HUMMEL in Speyer oder besuche die duale Hochschule in Mannheim. Mein fünftes und sechstes Theoriesemester absolviere ich jedoch in der Türkei und in Kanada. In meinen Blogbeiträgen möchte ich euch auf meine Reise mitnehmen, wir beginnen in Istanbul:

Die Stadt

Ich bin Mitte September in Istanbul gelandet. Die Stadt ist riesig und voller Menschen: Es gibt hier ca. 50 verschiedene Unis, Istanbul hat fast 15 Millionen Einwohner und von einem zum anderen Ende braucht man in der Rush Hour zwischen fünf und acht Stunden!  Das Zentrum ist sehr westlich und unterscheidet sich bis auf die Größe kaum von einer europäischen Stadt. Man findet dort H&M, Zara und Starbucks ohne Ende. Andererseits sind zum Beispiel Araber, die mit ihren vollverschleierten Frauen unterwegs sind, keine Seltenheit. Die Touristenattraktionen wie die Hagia Sophia, die Sultan-Ahmed-Moschee (auch Blaue Moschee) oder der Topkapı-Palast sind sehr beeindruckend. Eine Erfahrung Wert ist aber vor allem ein türkischer Markt fernab der Touristenplätze, dort bekommt man den besten Eindruck vom türkischen Leben.

Das türkische Leben

Die Stadt steht nie still, in den Straßen wimmelt es bis spät in die Nacht von Menschen. Während der Woche bin ich hauptsächlich mit dem Studieren beschäftigt. Für Sightseeing bleibt also vor allem am Wochenende Zeit oder an Tagen, an denen mal keine Projektarbeit ansteht. Das Gute ist, dass ich im eher türkischen Viertel „Osmanbey“ lebe. An einem Sonntagnachmittag zum Beispiel war die Straße plötzlich voller Tänzer und die Anwohner haben Münzen aus dem Fester geworfen. Das symbolisiert Wohlstand und Reichtum für ein Brautpaar – sowas kriegt man als Tourist niemals mit. In jedem Häuserblock gibt es einen sogenannten Tekkel-Shop ähnlich einem Tante-Emma-Laden, der alles hat, was man so braucht. Und falls nicht, genügt ein Anruf und es fährt mit dem Roller ein Lieferservice vor. Gewöhnungsbedürftig für deutsche Ohren ist auch die türkische Popmusik. Mit türkischen Freunden war ich auf einem Konzert von einem bekannten türkischen Sänger, das war für mich ein Kulturschock. Auf den großen Straßen sieht man abends alle 150 Meter Leute, die Musik machen. Insbesondere in den Abendstunden am Wochenende bleiben dort dann viele Menschen stehen und tanzen.

 

Die Universität

Die Istanbul Kültür Üniversitesi (IKU) ist noch recht jung und wirkt von außen wie ein Krankenhaus. An der Fassade hängt ein riesiges Atatürk-Gemälde und gegenüber eine türkische Flagge. Im Gebäude gibt es Rolltreppen, einen Friseur, eine Bank, Restaurants und einen Starbucks. Die IKU verfügt über eine Wirtschaftsingenieurwesen-Fakultät, weshalb ich hier meinen Curriculum aus Deutschland sehr gut abdecken kann.
Warum ich mich für die Türkei entschieden habe? Ich wollte in ein Land, in das man üblicherweise nicht kommt. Dass man mal nach China kommt ist im heutigen Geschäftsleben zum Beispiel wahrscheinlich. Außerdem war es mir wichtig, die türkische Mentalität kennenzulernen, wo wir doch so viele Menschen mit türkischen Wurzeln bei uns in Deutschland haben. Die Organisation meines Aufenthalts war allerdings nicht ganz einfach. In der türkischen Botschaft in Köln geht es zu wie auf einem Basar und auch das Beantragen der Aufenthaltsgenehmigung in Istanbul erinnerte mich an den „Passierscheins A 38“ aus dem Asterix-Comic. Aber der Aufwand lohnt sich, ich bin begeistert von Istanbul!

 

In meinem nächsten Blogbeitrag berichte ich euch vom türkischen Essen, dem mörderischen Verkehr, der Verständigung und darüber, wie es für mich Anfang Januar in Kanada weitergeht.