MANN+HUMMEL hat seine Kunststoff-Kompetenz über Jahrzehnte aufgebaut. Wer eines unserer Werke besucht, findet fast überall 10 bis 20 große Spritzgussmaschinen, weltweit sind es einige Hundert. Wenn Sie bei uns anrufen, weil Sie eine Idee für ein Produkt in Kunststoff haben, werden Sie bei uns sicherlich einen Gesprächspartner finden. Denn bei Kunststoff wissen wir, wie es geht und können uns überlegen, ob es in unser Portfolio und in unsere Strategie passt.

Unser Kunststoff-Know-how hilft uns aber auch, die Anforderungen unserer Kunden im Bereich Akustik zu erfüllen. Am Auto haben wir nicht nur Geräusche auf der Auspuffseite, sondern auch, und das ist vielleicht nicht jedem bewusst, ein Ansauggeräusch, wie man es vom Staubsauger kennt. Diese teils unangenehmen Geräusche möchte man ausschalten oder angenehmer machen. Immer häufiger wollen die Hersteller auch einen typischen Markensound kreieren, der das Fahrzeug sanft und leise, kernig und knackig oder auch roh und frech klingen lässt. Dafür haben wir die passenden Lösungen im Köcher, wie zum Beispiel Breitbanddämpfer, Sound-Pipe und Symposer– alles natürlich aus Kunststoff.

Weltweit erster in Serie produzierter Symposer (2005)

Weltweit erster in Serie produzierter Symposer (2005)

 

Etwas weniger spektakulär und absolut geräuscharm sind unsere Bottles, die durch eine Akquisition an Bord kamen. Wer erinnert sich noch an den Spritzwasser-Behälter im VW Käfer, der in Tankwart Egons Zeiten das Waschwasser mit dem Druck des Reserverades an die Windschutzscheibe katapultierte? Heute stellen wir solche Behälter auch für die Bremsflüssigkeit und Kühlwasser her.

 

Wischwasserbehälter für BMW

Wischwasserbehälter für BMW

 

Ein typisches Beispiel für das Ersetzen von Metall durch Kunststoff sind auch die Kurbelgehäuse-Entlüftungen (KGE). Zuerst ersetzte man den metallische Zylinderkopfdeckel durch ein Kunststoffteil, dann kam die große Gestaltungsfreiheit von Kunststoff zum Zuge: Wir bauten in den Kunststoffdeckel gleich noch den Ölabscheider für die Kurbelgehäuse-Entlüftung ein und hatten ein KGE-System. Das Vorgehen ist immer gleich: Im ersten Schritt ersetze ich Metall durch Kunststoff und kann im zweiten Schritt weitere Funktionen integrieren.

Genauso läuft es mit der Ölwanne, in der sich unten am Motor das Öl sammelt. Die Themen Kosten und Gewicht sprechen für die Substitution der Blechwanne durch Kunststoff und dies wiederum ermöglicht die Integration zusätzlicher Funktionen. Wir produzieren heute Wannen, die schalten Ölkreisläufe, um den Motor schneller zu erwärmen und die innere Reibung im Motor zu verringern. Natürlich hat die Integration von vorher getrennten Produkten in einem Kunststoffbauteil auch Kostenvorteile.

Kunststoffölwanne mit hohem Integrationsgrad

Kunststoffölwanne mit hohem Integrationsgrad

 

Die Phase der Substitution – Kunststoff statt Metall – haben wir abgeschlossen, jetzt kommt die Phase, in der wir zusätzliche Funktionalität am Motor brauchen. Wir können in Kunststoff sehr gut zusätzliche aktuierte Produkte wie etwa Ventile darstellen, die den Motor der jeweiligen Fahrsituation (Berge, Meer, kalt, warm) optimal anpassen. Früher hat der Motor immer gleich funktioniert, heute haben wir unzählige Helferlein, die den Motor ständig an die jeweilige Situation anpassen. Kunststoff bietet hier zahllose Möglichkeiten.

Wohlfühlatmosphäre für Sensibelchen

Das zeigen auch die ersten Teile, die wir für alternative Antriebe produzieren: wir liefern für General Motors die Battery Frames, mit deren Hilfe die Batterien aufgebaut werden. Darüber hinaus stellen wir Entgasungseinheiten her, die für Druckausgleich sorgen und das Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz verhindern. Kurz, wir schaffen die Wohlfühlatmosphäre für die Sensibelchen der alternativen Antriebe, also für Batterie und Brennstoffzelle, die es nicht zu feucht, nicht zu trocken, nicht zu warm und nicht zu kalt mögen. Auch hier nutzen wir unser Wissen um Filtration, filtern die Luft, machen sie trocken, reinigen sie, machen sie feucht, und wir nutzen unsere Kunststofftechnologie, um die benötigten Komponenten kostengünstig und in großen Stückzahlen herzustellen. Damit gehen wir sowohl beim klassischen Verbrennungsmotor als auch bei künftigen Motorkonzepten gut gerüstet in die Zukunft.