Als klassische ‚Enabling Technology‘ macht die Filtration den zuverlässigen Betrieb moderner Motoren in der Praxis erst möglich. Mit der Entwicklung immer leistungsfähigerer und feinerer Filter hat MANN+HUMMEL auf diesem Gebiet wiederholt neue Trends gesetzt. Jetzt steht ein neuer Technologiesprung bevor, der erhebliche Leistungssteigerungen bei Standzeiten und der Filterfeinheit bringt.

Dr. Gunnar-Marcel Klein stellt die Technologie hinter der Filtrationstechnik vor

Wie das genau von statten geht, können Sie heute noch auf unserem Messestand B26 in Halle13 auf der IAA Nutzfahrzeuge erleben.

Filter mit höheren Leistungen kommen unmittelbar den Fahrzeugherstellern und den Endkunden zugute. Sie scheiden nicht nur mehr Partikel ab und bieten einen verbesserten Verschleißschutz, sie können auch mehr abgeschiedene Teilchen speichern. Damit halten die Filter länger, oder, alternativ dazu, brauchen sie bei gleicher Leistung mit weniger Bauraum. Das kommt dem Trend zu weniger Gewicht, geringerem Kraftstoffverbrauch und weniger CO2-Emissionen entgegen.

Die Filtertechnologie für motornahe Anwendungen hat in den letzten 15 Jahren eine rasante Entwicklung erlebt. Nur ein Beispiel hierzu: Dieselkraftstofffilter wiesen Ende der 90’er Jahre Abscheidegrade für 4 Mikrometer große Partikel im Bereich von 20 – 40 % auf. Im letzten Jahrzehnt konnte MANN+HUMMEL diesen Wert mittels der völlig neu entwickelten MULTIGRADE F Filtermedien auf 85 % (F-HC) und sukzessive weiter auf 95 % (F-HE) und 98,7 % (F-HE+) steigern. Heute stehen wir bei 99,7 % (F-MB 333) und stellen mit unserem Produktportfolio den Schutz von Common-Rail Einspritzsystemen unter allen denkbaren Einsatzbedingungen sicher.

Neue Technologien: Von der Medizin inspiriert

Aktuell gestalten wir den Beginn eines neuen Entwicklungszyklus, der auf leistungsstarken Computer-Simulations-Tools basiert. Mithilfe der aus der Medizin bekannten Computer-Tomografie können wir heute selbst feinste Faserstrukturen analysieren und mit neuartigen Berechnungsprogrammen eine neue Generation von Filtermedien virtuell entwickeln. Erstmals können wir vorausberechnen, wie die Partikelabscheidung in der Praxis abläuft – ein entscheidender Schritt, um die Faserstrukturen weiter zu optimieren.

Ohne Übertreibung bin ich überzeugt davon, von einer neuen Zeitenrechnung in der Filtertechnologie sprechen zu können. Bei Luft-, Öl-, Innenraum- und Kraftstofffiltern werden wir die Staubaufnahmefähigkeit signifikant erhöhen. Gleichzeitig erwarten wir bei der Filterfeinheit einen erneuten Leistungsschub. Um beim Beispiel Dieselkraftstofffilter zu bleiben: Dank virtueller Methoden sind wir jetzt in der Lage den Abscheidegrad nochmals um den Faktor 30 zu steigern. Vom aktuellen Bestwert 99,7 % (F-MB 333) auf nunmehr 99,99 Prozent (F-G 10000). Damit stehen den Motorenentwicklern die Rahmenbedingungen zur Verfügung, um zukünftig zu erwartende Entwicklungsstufen der Common-Rail Technologie in den Weltmärkten sicher zu betreiben.

Technologie im Wandel

Die virtuelle Entwicklung von Filtermedien und –elementen leistet zudem einen wesentlichen Beitrag, um den Technologiewandel zur synthetischen Faser zur vollen Entfaltung zu bringen. Aktuell gibt es den Trend, die in Automotive – Filtern sehr dominierende Cellulose-Faser durch synthetische Hochleistungsfasern zu ergänzen und zu ersetzen. Zunehmend kommen hierbei Fasern mit Durchmessern um und unter 1 Mikrometer zum Einsatz. Moderne Luftfiltermedien mit Nanofaserbeschichtung verfügen nochmals über feinere Fasern. Diese sind um einen Faktor 500 feiner als ein menschliches Haar und erzielen außerordentlich hohe Filtrationsleistungen. MANN+HUMMEL Nanofasermedien der Reihe MICROGRADE A-NF werden beispielsweise auch in der neuen Nutzfahrzeug-Luftfilter Baureihe VarioPleat eingesetzt, um Turbolader und Luftmassenmesser noch besser zu schützen.

Die Filteranwendungen von MANN+HUMMEL reichen vom Dieselkraftstofffilter mit dreistufiger Wasserabscheidung über Hochleistungs-Ölfilter mit vollsynthetischem Filtermedium und platzsparende Nutzfahrzeug-Luftfiltersysteme bis hin zu Innenraumfiltern, die kleinste lungengängige Feinstaubpartikel abscheiden. Eine hohe Kompetenz besitzt das Unternehmen in der Entwicklung von innovativen Systemen im Luft- und Flüssigkeitsmanagement, die über die Filtration hinausgehen. Modernste Fertigungstechnologien und jahrzehntelange Erfahrung sorgen für einen zuverlässigen Betrieb selbst bei arktischer Kälte, bei Monsunregen und tropischer Hitze, bei hoher Staubbelastung ebenso wie schlechter Kraftstoffqualität.

Habe ich Sie neugierig gemacht? Dann besuchen Sie uns doch auf unserem Messestand in Hannover.