Pius Trautmann erklärt das ThermomanagementThermomanagement – worum geht es bei diesem Thema eigentlich, wird sich der eine oder andere Blog-Leser fragen. Ich bin vor drei Jahren darauf gestoßen, als ich die Entwicklungsleitung des Truckbereiches übernommen habe. Spannend finde ich am Thermomanagement vor allem, dass es uns hier mit einfachen Maßnahmen gelingt, durch intelligente Lösungen signifikante Einsparungen bei Kraftstoff und CO2 zu erreichen.

Der Kraftstoffverbrauch ist ein wichtiger Punkt beim Betrieb eines Lkw, und jedes Prozent, das ein Transporteur einspart, wirkt sich unmittelbar auf seinen wirtschaftlichen Erfolg aus. Diesem Bedürfnis kommen wir mit unseren Konzepten zum Thermomanagement entgegen und entlasten außerdem die Umwelt.

Kraftstoffeinsparungen durch Thermomanagement

Die Idee beim Thermomanagement besteht darin, den Kraftstoffverbrauch durch geringere Reibungsverluste im Motor zu senken. Das schaffen wir, indem wir den Hebel an der Öltemperatur ansetzen. Hebt man die mittlere Öltemperatur von heute um die 90 Grad Celsius auf 100 bis 105 Grad an, sinkt die Zähigkeit des Motoröls spürbar ab, der Motor läuft leichter.

Damit können wir Kraftstoffeinsparungen von 3 bis 5 Prozent erzielen. Auch beim Kaltstart bringt das Vorteile: Der Motor erreicht in der verbrauchsintensiven Anlaufphase seine Betriebstemperatur schneller – auch das spart Kraftstoff. Die vermiedenen 2 bis 3 Gramm CO2 pro Kilometer helfen außerdem den Herstellern, die gesetzlichen Emissionsvorgaben nach EURO VI zu erfüllen. Der besondere Reiz liegt für mich darin, dass wir dank unserer Innovationsfähigkeit mit einfachen Mitteln eine große Wirkung erzielen können.

Unseren Thermomanagement-Systemen kommt die verantwortungsvolle Aufgabe zu, die Öltemperatur genau im definierten Bereich zu halten. Verantwortungsvoll deshalb, weil bei einer Öltemperatur von 105 Grad Celsius der Abstand zur Versagensgrenze des Motoröls viel kleiner ist als bei 90 Grad. Unsere Ölfiltermodule besitzen deshalb sehr präzise arbeitende Schaltventile mit Wachsdehn-Elementen, die den definierten Schalttemperaturbereich exakt einhalten und rechtzeitig den Kühler zuschalten.

Eine weitere Funktion besitzt unser zweistufiger Thermostat, der aus zwei hintereinander geschalteten Wachs-Aktuatoren besteht. Der eine leitet bei niedriger Temperatur das Aufheizen des Öls ein, der andere verhindert bei heißem Öl ein Überschreiten der kritischen Temperatur. In alle Systeme haben wir eine Sicherheitsfunktion eingebaut, damit der Motor auch im Falles eines Fehler weiterhin zuverlässig funktioniert.

Generell verstehen wir uns bei MANN+HUMMEL als Problemlöser unserer Kunden. Beim Thermomanagement kam ein Truckhersteller mit dem Wunsch auf uns zu, eine Lösung zu entwickeln, mit der er die Öltemperatur etwas höher setzen konnte. Unsere Aufgabe war es, diese Funktion intelligent und platzsparend in das bestehende System zu integrieren. Als Techniker bin bei der Entwicklung solcher Lösungen natürlich auch emotional mit von der Partie. Und es ist schön, wenn man auf der Straße einen Truck sieht und sagen kann: „Oh, hier fährt ja mein Produkt vorbei.“

Auf der IAA Nutzfahrzeuge die gerade in Hannover stattfindet, erwarten wir unsere Besucher auf unserem Messestand mit einem Spezialpräsenter, der die Funktionsweise des Thermomanagement anschaulich demonstriert: Zum einen zeigt er ein Thermostatventil in einer vergrößerten Bauform, bei dem die Besucher die Schaltbewegungen und die Ölströme genau beobachten können, und zum anderen ein Ölfiltermodul, in das ein derartiges Thermostatventil integriert ist.

Haben Sie Interesse an einem persönlichen Austausch zum Thema Thermomanagement? Dann besuchen Sie uns doch diese Woche auf unserem Messestand auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Sie finden uns in Halle 13 am Stand B26.

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