Günther Oettinger hat einmal gesagt „Digitale Technologien verändern unsere Welt und unser Leben – und zwar komplett.“ Damit hat er definitiv recht, doch auch bereits vor der Digitalisierung zeigte sich im Bereich der Technologie ein entscheidender Wandel. Ich meine die Tatsache, dass die Technologie seit einiger Zeit keine reine „Männerdomäne“ mehr ist – ehrlich gesagt war sie das auch nie! Und ich sage Ihnen auch gleich, woher ich das weiß…

Vor einem Monat haben wir unsere Meinung gesagt in der Blogparade: Frauen und Technik? – Na klar! Wir haben uns bei MANN+HUMMEL umgehört und Hedwig Schick, Entwicklungsingenieurin, gefragt was Sie dazu sagt und auch unsere Leser eingeladen, ihre Meinung mit uns zu teilen. Was also ist denn nun die vorherrschende Meinung zu diesem Thema und was sagen Frauen in technischen Berufen selbst dazu?

Die Teilnehmer unserer Blogparade

Lassen Sie mich zu allererst meine Aussage von vorher aufgreifen, dass Frauen schon eh und je in der Technik zu finden sind: „Ada Lovelace (1815-1852) war Mathematikerin und Gründerin der Computerwissenschaften. Als erste Programmiererin der Welt schuf sie einen Berufszweig, in dem Frauen heute unterrepräsentiert sind.“ – Das ist der Beweis! Vielen Dank Melanie von women&work für diese spannende Information und für euren Beitrag zu unserer Blogparade. Darüber hinaus gibt es noch weitere Beispiele, die den Erfolg von Frauen in technischen Berufen bestätigen und die Veranstalter von Europas größtem Messe-Kongress für Frauen haben einige davon auf ihrem Blog zusammengetragen.

Natürlich passt nicht jede Frau in einen technischen Beruf. Das liegt aber wohl eher an der fehlenden Affinität, als am Geschlecht – oder? Anne vom breakpoint Blog sieht das anders. Sie ist selbst Programmiererin und damit in einem MINT Beruf tätig, dennoch steht sie der Kombination „Frauen und Technik“ eher skeptisch gegenüber und hat dieses „Phänomen“ auch mit einem Kollegen diskutiert: „Er meinte, dass Frauen eben kommunikativer seien und eher nachfragen, während Männer sich lieber alleine durchbeißen, um so ein Problem zu lösen, anstatt zuzugeben, dass sie nicht klarkommen. Das kann aber nur einen Teil erklären, denn manche Frauen (durchaus nicht alle!) sind schon sehr begriffsstutzig. Aber das kann natürlich auch von der aktuellen Zyklusphase abhängen.“

Saskia von Saskisnerdtalk ist in einer ähnlichen Branche aktiv, sieht das Thema aber von einer anderen Perspektive – Danke Saskia für deine positive Meinung (wir wollten schon fast die Hoffnung aufgeben!). Saskia war während der Ausbildung die einzige Frau unter ca. 24 angehenden Softwareentwicklern, doch das hat sie nicht abgeschreckt! Auch in ihrem ersten Job saß sie in einem Entwicklermeeting mit 10 männlichen Kollegen und ohne weibliche Unterstützung zusammen. Warum gibt es so wenige Frauen in technischen Berufen? Und was können wir dagegen tun? Die Antworten darauf findet ihr auf Saskias Blog.

Auch Isabell steht dieser Kombination positiv gegenüber. Sie ist technische Produktdesignerin bei Krones und findet Frauen sind in der Technik definitiv am richtigen Platz und können das Arbeitsergebnis positiv beeinflussen. Warum? „Die Geschlechter unterscheiden sich in der Art ihrer Gedankengänge voneinander und somit auch beim Lösen von Problemen […] Durch eine geschlechtergemischte Gruppe werden Sachverhalte auch mal von anderen Seiten betrachtet und geprüft. Die Gesamteffizienz innerhalb eines Projektes kann somit gesteigert werden.“ Außerdem stellt sie eine wichtige Frage, die einer Differenzierung nach Geschlechtern widerspricht: „Ist die Unterscheidung zwischen typisch männlicher und typisch weiblicher Arbeitsweise eigentlich noch sinnvoll, wenn doch eh jeder in seiner persönlichen Weise anders denkt?“

Die einen regt dieser Ansatz zum Nachdenken an, die anderen haben die Erfahrung bereits gemacht und stehen Frauen in MINT Berufen sehr offen gegenüber. So auch die Kollegen von Silke Jung, Consultant, und Melanie Ott, Werkstudentin, von IBsolution. Auf dem Unternehmensblog erzählen sie im Interview von ihrer Affinität und dem Weg zur Technik und berichten über überwiegend positive Reaktionen. Doch trotz der hauptsächlich guten Meinungen, erzählt Silke auch ganz offen von den Schwierigkeiten. „Ich spüre dennoch gelegentlich, dass mir im ersten Moment weniger Vertrauen entgegengebracht wird, als meinen männlichen Team-Kollegen, dass ich mich gefühlt mehr beweisen muss.“

Danke für all diese Meinungen und die ehrlichen Worte. Wie so vieles im Leben ist eben auch die Frage „Frauen und Technik?“ subjektiv zu beantworten und bringt immer Vor- und Nachteile mit sich. Ich persönlich finde es toll, dass die scheinbar grenzenlose Welt heutzutage auch hier ihre Arme öffnet und die Möglichkeit schafft, dass jeder seiner Leidenschaft folgen kann – egal wohin diese führt.

Ein positives Beispiel noch zum Abschluss von Lena Hägele. Sie ist Forschungsingenieurin bei Festo und hat technische Kybernetik studiert (bereits in dieser Zeit traf sie trotz technischen Studiengangs auch viele Kommilitoninnen). Auf der Facebookseite von Festo erzählt sie, dass sie gerne mit Männern zusammenarbeitet „da geht es meist weniger emotional zu. Allerdings habe ich nicht das Gefühl, dass ich von den Kollegen anders behandelt werde und das finde ich auch gut so. Wobei sich die Gesprächsthemen […] sicher geändert haben, seit ich da bin und von meinem Pferd erzähle.“ – Richtig so Lena, weck die weibliche Seite deiner Kollegen. 🙂