Rund um den Globus werden die Städte immer voller, und die urbane Bevölkerung soll im Weltmaßstab auch in Zukunft weiter wachsen. Viele Menschen pendeln tagtäglich in die Städte, da es dort viele Jobs und die besten Universitäten gibt. Außerdem sind Städte der ideale Ort, an dem man Menschen aus aller Welt kennenlernen und sich austauschen kann. Eine der größten Herausforderungen, vor denen städtische Ballungsräume heute stehen, ist die Mobilität. Die große Frage lautet: Wie gelangen Menschen am schnellsten, kostengünstigsten und umweltfreundlichsten von A nach B? Täglich verbringen viele von uns jede Menge Zeit im Stau – dabei ist Zeit eine der wertvollsten Ressourcen, die wir haben. Unter der Annahme, dass wir etwa 8 Stunden schlafen, stehen jedem von uns etwa 16 Stunden am Tag zur Verfügung.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie nicht gerne über 2 Stunden davon im Auto zubringen möchten, nur um 40 km zurückzulegen. Auch für mich ist das alles andere als erstrebenswert. Darum möchte ich Ihnen einige Erfahrungen aus einem Pilotprojekt vorstellen, das ich in den letzten 12 Monaten durchgeführt habe.

Ein E-Roller auf der Strasse

Ich wohne im Zentrum von Stuttgart, einer der Städte Deutschlands, die Luftverunreinigung und Staus nur zu gut kennen. Das Auto ist hier nicht immer die schnellste Methode, um ins Büro zu gelangen. Also begab ich mich auf die Suche nach Alternativen. Ich versuchte es mit der S-Bahn, aber da waren ja immer noch die Strecken zum und vom Bahnhof. Um diese zurückzulegen, schwang ich mich auf den Fahrradsattel.

Diese Kombination aus öffentlichem Nahverkehr und Drahtesel war schon besser, aber noch nicht optimal. Denn am Bahnhof musste ich mein Rad treppauf zum Bahnsteig und wieder treppab zum Ausgang tragen – nicht gerade bequem. Die Alternative hätte darin bestanden, mir zwei Fahrräder für die erste und die letzte Wegstrecke zuzulegen und diese an unterschiedlichen Orten abzustellen. Definitiv keine Ideallösung. Ich suchte weiter und stieß schließlich auf einen E-Roller. Diese Entdeckung veränderte meine Wahrnehmung von der Stadt der Zukunft völlig.

Ein E-Roller verkürzt die Fahrzeit und schont die Umwelt. Er kostet auch nicht viel Unterhalt und lässt sich zu Hause oder im Büro innerhalb weniger Stunden aufladen. Noch dazu ist die Fahrt ins Büro viel weniger schweißtreibend, selbst wenn unterwegs, wie in meinem Fall, einige Höhenunterschiede zu bewältigen sind. Unbedingt hervorzuheben ist, dass ein E-Roller mit nicht einmal 10 kg recht leicht ist. Daher lässt er sich auch im Zug leicht transportieren, wie das Bild unten zeigt.

Ein E-Roller unter dem Sitz

Übrigens ist die Fortbewegung mit dem E-Roller auch eine besondere Erfahrung. Es ist zwar nicht dasselbe, wie mit der Harley-Davidson durchs Death Valley zu heizen, aber ein gewisses Freiheitsgefühl stellt sich doch ein. Neben all diesen Vorteilen gibt es allerdings auch einiges, was man noch verbessern könnte. Beispielsweise fehlt ein sicherer Mechanismus zum Anschließen auf der Straße. Auch die Stabilität bei Regenwetter ist ausbaufähig, und natürlich wäre jede Gewichtsreduktion höchst willkommen. Wer weiß, vielleicht ließe sich ja sogar irgendwo ein Filter sinnvoll verbauen.

Judit Fustero und ihr E-RollerWährend meines Pilotprojekts wurde ich im Schnitt viermal pro Woche von neugierigen Passanten auf mein Transportmittel angesprochen. Dies zeigt, dass es auf dem Markt eine echte Nachfrage nach alternativen Mobilitätslösungen für den Stadtverkehr gibt. Ich bin davon überzeugt, dass sich das Straßenbild unserer Städte sehr viel schneller wandeln wird, als wir heute denken. Noch sind die Städte für diese (R)Evolution zwar nicht bereit, ein Bedarf nach neuen Fortbewegungsmitteln besteht freilich jetzt schon. Derzeit findet ein Wettrennen zwischen Technologien, Städten und sozialen Verhaltensweisen statt. Haben erst einmal alle drei die Ziellinie erreicht, dann leben wir in der Stadt der Zukunft. E-Scooter, E-Bikes, E-Roller, autonome Fahrzeuge, Carsharing und neue Luftverkehrsmittel sind nur einige Beispiele für den bevorstehenden Wandel.

Wenn Sie noch mehr wissen oder Ihre eigenen Erfahrungen teilen möchten, können Sie mich gerne direkt anschreiben oder diesen Beitrag kommentieren. Als ich mich für den E-Roller entschied, fand ich leider kaum Kundenfeedback dazu – und das soll Ihnen nach Möglichkeit nicht passieren!