Als ich 2010 meine Ausbildung bei MANN+HUMMEL angefangen habe, habe ich mit vielem gerechnet, aber sicher nicht mit einem: dass ich Botschafter werde. Nun bin ich natürlich kein „richtiger“ Botschafter – da dauert die Ausbildung länger, denke ich – aber immerhin Ausbildungsbotschafter. Und das kam so: Für jeden Ausbildungsberuf, den MANN+HUMMEL anbietet, soll es mindestens einen Auszubildenden geben, der Schülern diesen Beruf und die dazu gehörende Ausbildung schmackhaft machen kann. Unsere Ausbildungsleiterin, Ursula Fritz, fragte mich irgendwann, ob ich nicht Lust hätte, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich sagte spontan ja – ohne ganz genau zu wissen, was mich erwartete.

Ausbildungsbotschafter Moritz Schurer

Vorbereitung ist alles – deshalb darf man als Ausbildungsbotschafter zunächst ein eintägiges Seminar besuchen. Dabei bekam ich unter anderem Tipps, wie ich mich richtig vor einer Gruppe von Menschen, also zum Beispiel Schülern, präsentiere. Einiges davon kannte ich schon aus der Realschule, anderes war für mich Neuland. Mit diesem Wissen machte ich mich dran, die vorhandene – und etwas in die Jahre gekommende –  Präsentation über meinem Ausbildungsberuf, den Mechatroniker, zu überarbeiten. So konnte ich gleich umsetzen, was ich im Seminar gelernt hatte.

Als Ausbildungsbotschafter wurde ich bei Projekttagen der Gottlieb-Daimler-Realschule in Ludwigsburg eingesetzt, wobei ich meine Präsentation zweimal halten konnte. Diese Erfahrung genügte bereits, um mich den Beruf des Lehrers mit anderen Augen sehen zu lassen. Der ist nämlich ganz schön anstrengend. Wenn die Klasse bei der Sache ist, kann der Job durchaus Spaß machen. Desinteressierte, schlafende Schüler nerven dagegen ungemein. Ich kann heute verstehen, wenn Lehrer aus der Haut fahren. Allerdings sind die natürlich vor ihren Stunden irgendwann nicht mehr so nervös wie ich bei meinem ersten Auftritt. Positiv für den Vortragenden ist, wenn nach der Präsentation Fragen gestellt werden – meistens gelten sie den Verdienstmöglichkeiten. Die Frage ist ja auch nicht dumm: Schließlich sind es ja nicht zuletzt die Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten, den „meinen“ Mechatroniker für mich attraktiver machen als den so beliebten Kfz-Mechatroniker. Insgesamt denke ich schon, dass ich ein paar meiner Zuhörer zumindest neugierig auf meinen Beruf machen konnte. Sogar ein Mädchen zeigte konkretes Interesse. Natürlich können Mädchen meinen Beruf ebenso gut erlernen wie Jungs, aber noch sind die Mechatronikerinnen eindeutig in der Minderheit. Und es wäre nicht schlecht, wenn sich das ändern würde.

Wahrscheinlich wird es für mich keine Gelegenheit mehr geben, als Ausbildungsbotschafter aufzutreten. Aber ich muss mich im letzten halben Jahr meiner Ausbildung nun auch um die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung kümmern und habe nicht mehr so viel Zeit.  Alles in allem bin ich froh, den Job gemacht zu haben. Er baut Selbstvertrauen auf. Deshalb würde ich heute immer wieder „ja“ sagen, wenn meine Ausbildungsleiterin mich fragen würde.