Kürzlich war ich zu Besuch bei unserem MANN+HUMMEL Standort in Marklkofen . Dieses Werk ist nicht nur unser größter Standort, sondern auch das wahrscheinlich größte Filterwerk weltweit. Dort hatte ich auch die Möglichkeit, an einer Werksführung teilzunehmen.

Heute möchte ich Ihnen meine Eindrücke von diesem Tag schildern.

Ein etwas anderes Großraumbüro

Schon beim Eintritt in die Produktion wird mir klar, dass das eine ganz andere Welt ist, als die, die ich aus der Unternehmenskommunikation kenne – gewissermaßen ein Großraumbüro der ganz besonderen Art. In diesem „Büro“ sind natürlich nicht nur Menschen beschäftigt – selbst fahrende Transportfahrzeuge, ganze automatisierte Produktionsabschnitte und natürlich unzählige Maschinen sind hier zu finden. Diese haben von den Mitarbeitern Namen bekommen, die sie fast schon menschlich wirken lassen.

Selten habe ich so etwas Faszinierendes gesehen wie das, was sich in den großen Produktionshallen in Marklkofen verbirgt. Es ist eine perfekte Choreographie, ein Theaterstück, das bis ins kleinste Detail durchdekliniert ist. Hier weiß jeder, was er zu tun hat, wo er gebraucht wird und was wohin gehört – und das bei dieser unglaublichen Menge an Einzelteilen, Produkten, Arbeitskräften und Maschinen. Ich kann mir nur schwer ausmalen, was hier für ein organisatorischer Aufwand nötig sein muss, um all diese Elemente so zu koordinieren, dass alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Innovation und Technologie – und eine Prise Magie

Stundenlang könnte ich den Maschinen zusehen, die erstaunlich präzise Teile greifen, selbst erkennen, welche richtig herum liegen, und Filter schrittweise zusammensetzen – in einer beachtlichen Geschwindigkeit! Andere Maschinen sind deutlich größer, erinnern mich ein bisschen an wilde Tiere im Käfig. Scheinbar mit unkontrollierten, aber doch exakt bemessenen Bewegungen transportieren riesige Greifarme beispielsweise mehrere Filterelemente von einem Band aufs nächste, technisch perfektioniert mit einer speziellen Unterdrucktechnik.

Über meinem Kopf ziehen sich meterlange Transportbänder durch die Hallen, auf dem die Teile wie Kolonien zu ihren nächsten Stationen wandern. Teilweise werden sie über Aufzüge zu den Transportbändern hochgebracht, teilweise scheinbar gegen die Erdanziehungskraft über magnetische Laufbänder nach oben transportiert. Es sieht fast ein bisschen aus wie in der Küche der Weasley‘s bei Harry Potter, wo sich die Kartoffeln selbst schälen und die Teller sich alleine abspülen. Die Produktion hat eben ihre ganz eigene Magie.

 

Feinarbeit selbst bei den größten Maschinen

Einige sehr „beleibte“ Damen traf ich in der Stanzerei: Dagmar, Christa und Cornelia sind nur einige der mit Frauennamen benannten, tiefziehenden Pressen traf. Sie fertigen aus riesigen Stahlrollen die Filtertöpfe für unsere Wechselfilter. Dies geschieht in mehrstufigen Prozessen, um selbst kleinste Haarrisse zu vermeiden und eine optimale Produktqualität zu gewährleisten. Ein spannender Kontrast, wie fein die Arbeit der riesigen Pressen tatsächlich ist.

Es gibt viele Gerüchte darüber, wie es zu diesen Namen kam.  Inzwischen geben die Anfangsbuchstaben der Namen Auskunft über die Presskraft der Maschinen. Die stärkste Dame ist übrigens Annette, mit einer Presskraft von 450 Tonnen.

Perfekte Abstimmung von Mensch und Maschine

Ich hatte auch die Gelegenheit, mit einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sprechen – in tiefstem bayrisch übrigens. Als überzeugte Schwäbin musste ich mich ganz schön konzentrieren 😉

Die Stimmung unter den Produktionsmitarbeitern ist wirklich toll. Diese angenehme Atmosphäre spürt man sofort. Kein Wunder: hier wird jede Stunden durchgewechselt, dass man eintönige Arbeitsabläufe nicht über die gesamte Schichtdauer durchführen muss. Außerdem gibt es im zweistündigen Rhythmus zehnminütige Pausen. Das ist nicht bei jedem Produktionsunternehmen so!

Menschliche und maschinelle Mitarbeiter ergänzen sich perfekt und bilden eine fast nahtlose Ablaufkette, in der jedes Glied weiß, an welcher Stelle es gebraucht wird.

 

In der Unternehmenskommunikation habe ich sicher keinen langweiligen Job, doch es ist auf jeden Fall eine ganz andere Welt als das, was ich heute sehen durfte. Ich könnte noch stundenlang über die vielen unvergleichlichen Eindrücke erzählen, die ich an diesem Tag sammeln durfte, über die interessanten Details, die ich erfahren habe, Ihnen die produktionseigenen Gerüche beschreiben oder versuchen, die Geräusche der Maschinen mit Worten zu umschreiben, doch um die Faszination wirklich zu verstehen, die diese Hallen bereit halten, muss man es einfach mit eigenen Augen gesehen, mit eigner Nase gerochen und mit eigenen Ohren gehört haben.

Daher bleibt mir zu Schluss nur noch, mich ganz herzlich bei Frau Kreuzpaintner  für diesen spannenden Einblick und die vielen tollen Geschichten über die Produktion des MANN+HUMMEL Werks in Marklkofen zu danken.