In meiner Blogserie „Was macht eigentlich …?“ stelle ich (Arne Bauer) Berufsbilder bei MANN+HUMMEL vor. Als „rasender Reporter“ schaue ich den Mitarbeitern an den deutschen Standorten über die Schulter. In Sonneberg begleitete ich Ben Greiner. Der Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk arbeitet als Qualitätsprüfer und nimmt die vor Ort produzierten Teile unter die Lupe.

Ben Greiner bei seiner Arbeit als Qualitätsprüfer

Was macht eigentlich ein Produktionsqualitätsprüfer in Sonneberg?

Ben Greiner ist zwar erst 29 Jahre jung, hat jedoch bereits eine berufliche Kehrtwende hinter sich. Er arbeitete schon als gelernter Friseur, als er sich zur Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk entschied: „Ich wollte mal was ganz anderes machen und habe mich schon immer für Maschinen interessiert.“ Die Kluft zwischen beiden Berufen mag in vielerlei Hinsicht groß sein, eins verbindet sie jedoch: „Auch beim Friseur legt man viel Wert auf Qualität.“ Während seiner Ausbildung bei MANN+HUMMEL lernte Ben Greiner die Qualitätsprüfung kennen und wollte dort unbedingt später arbeiten – was ihm schließlich auch gelang.

Verantwortung tragen als Qualitätsprüfer

Der Posten ist verantwortungsvoll, denn die Qualitätsprüfer urteilen darüber, ob die produzierten Teile freigegeben werden, oder nicht. Um dies zu entscheiden, greifen Greiner und seine Kollegen auf ihr umfangreiches Instrumentarium zurück: Vom Messschieber bis hin zum Perthometer, das die Rauheit von Dichtflächen bestimmt – das Labor der Qualitätsprüfer lässt keine Wünsche offen und sieht für den Laien auf den ersten Blick aus wie ein Spielplatz für Erwachsene. Dass er beim Arbeiten Spaß hat, bestreitet Benjamin Greiner nicht, doch ist der Job auch anstrengend und bringt große Verantwortung mit sich: „Man muss immer konzentriert bleiben.“

Ben Greiner ist Qualitätsprüfer bei MANN+HUMMEL

Gezielte Blicke werfen

Alles beginnt mit einer Runde durch die Produktion: Ben Greiner schlängelt sich zwischen den Maschinen hindurch und lädt die frisch produzierten Teile auf seinen Rollwagen. Dabei teilt er grüne Zettel aus, die den bereits geprüften Produkten den Stempel „Freigabe“ verleihen. Mit seinen Stichproben im Gepäck, kehrt der Verfahrensmechaniker zurück ins Prüflabor und macht sich an die Arbeit. Mit gezielten Blicken prüft er die Verarbeitung an Schweißnähten, misst die Maße der Produkte mit dem Messschieber oder checkt das Gewicht der Kunststoffteile. Geduldig arbeitet er den Prüfplan ab, der die Prüfmerkmale für jedes Produkt Schritt für Schritt beschreibt: „Mit der Zeit weiß man, worauf man besonders achten muss.“

Qualitätsprüfer müssen ein Auge fürs Detail haben

Zur Berstprüfung hebt Greiner ein Teil auf eine Prüfvorrichtung und senkt diese in ein Wasserbecken ab. Dann pumpt er Luft in das Saugrohr und überwacht, ob aufsteigende Luftblasen auf ein Leck hindeuten – das ist nicht der Fall. Also füllt der Verfahrensmechaniker das Saugrohr mit Wasser und wartet, bis der Druck das Saugrohr bersten lässt. „Manche Saugrohre halten bis zu 20 bar aus“, informiert er. Plötzlich spritzt Wasser aus dem Becken und der Druck fällt ab. „Bei zwölf bar hat es den Abdichtstutzen rausgepresst.“ Weil dieses Saugrohr nur acht bar aushalten muss, ist die Prüfung bestanden.

Fehler finden und vermeiden

Erfüllt ein Teil die Anforderungen nicht, sperrt Greiner die Serie über das SAP-System. Seine Aufgabe ist schwierig: Auf der einen Seite ist es sein Ziel, Fehler aufzuspüren. Gleichzeitig hofft er aber, keine zu finden. „Lieber hier was gefunden, als wenn es zum Kunden rausgeht“, lautet die Devise. Seit zwei Jahren ist Benjamin Greiner nun Qualitätsprüfer in Sonneberg –seinen beruflichen Neustart bereut er nicht.