Bei MANN+HUMMEL entstehen nicht nur aus Papier leistungsstarke Filter, wir verwandeln hier auch Milchkaffee in Obstler – zumindest farblich gesprochen. Früher haben wir unser Abwasser nur vom Öl befreit und über eine Pumpstation in die Abwasseranlage der KTL (kathodische Tauchlackierung) eingeleitet.  Seit August läuft unsere eigene Putzwasseraufbereitungsanlage.

Das Herz der Anlage besteht aus zwei Keramikfiltern, die Partikel im Mikrometerbereich erwischen. Doch lassen Sie mich den Weg ganz am Anfang beginnen: In jedem Produktionsbereich steht ein beschrifteter Putzwasserbehälter. Dort wird Schmutzwasser gesammelt, das vom Boden, den Maschinen und Anlagen kommt. Es enthält Festkörper, Chemikalien, Schwermetalle und auch Ölkonzentrate. Ein Tropfen Öl verunreinigt bekanntlich 1.000 Liter Wasser – für den Abfluss ist es also tabu.

Das Schmutzwasser der Sammelbehälter landet dann im Speicherbehälter unserer Putzwasseraufbereitungsanlage. Ein Grobsieb filtert zunächst den groben Schmutz,  das Wasser fließt dann durch ein Bandvlies für feinere Feststoffe, Partikel und Späne in den Arbeitsbehälter. Das benutzte Vlies wird aufgewickelt und zusammen mit dem Schlamm entsorgt. Im Arbeitsbehälter wird der Ölsud abgesaugt und der Geruch mit Hilfe von Bioziden neutralisiert. Über Rohrleitungen gelangt das bereits vorgesäuberte Schmutzwasser dann ins Herz der Anlage.

Man kann sich die beiden Keramikfilter vorstellen wie extrem dünne Spaghetti. Nur das saubere Wasser (Permeat) kommt durch, der Schmutz wird unter Druck nach außen gepresst. Im Permeatbehälter wird der pH-Wert ständig kontrolliert. Die Anlage dosiert Lauge und Säure automatisch, so dass der pH-Wert immer zwischen sechs und neun liegt. Das Permeat fließt dann noch durch die Eisenpolizei (sogenannte Selektivionenaustauscher), die Schwermetalle aus dem Wasser ziehen. Das Frischwasser kann ins städtische Abwasser entsorgt werden. Es ist zwar nicht glasklar, die Farbe unterscheidet sich je nach den Stoffen im Wasser. Eisen oder Öle enthält es jedoch keine mehr (das wird natürlich regelmäßig geprüft).

Das Tolle ist, dass wir selbst auf dem Markt der Wasserfiltration forschen und entwickeln. Wir haben eine zugekaufte Membran und eine aus dem eigenen Hause in der Anlage verbaut und vergleichen die Leistung der beiden Keramikfilter. Somit verbinden wir das Notwendige (die Reinigung des Schmutzwassers) mit dem Nützlichen (die Forschung). Solche Schmutzwasseraufbereitungsanlagen oder auch „Ultrafiltrationsanlagen“ sind immer mehr im Kommen, weil wir recht strenge Vorschriften für das städtische Abwasser haben.