Vor einem Jahr habe ich Ihnen in einem Blogbeitrag bereits unser Prinzip des weltweiten Know-how Transfers vorgestellt, dabei verfolgen wir das Prinzip: Jeder lernt vom Besten! Ein toller Ansatz, der es ermöglicht, dass die internationalen Standorte sich näher kommen, Wissen und Best Practice austauschen und Synergien nutzen können. Aber Sie können es sich sicher denken – diese Aufgaben  stellen die Teilnehmer auch hin und wieder vor Herausforderungen!

Training MANN+HUMMEL

Lead-Team Filter Elemente MANN+HUMMEL zusammen mit WIX/FILTRON Kollegen bei einem Treffen in den USA

Know-how Transfer in Tschechien

Durch die Akquisition der Affinia Group ergänzen seit Anfang des Jahres acht neue Werke unseren Fertigungsverbund und natürlich wollten wir die Kollegen von WIX-Filters und Filtron von Anfang an in unsere Lead Team Treffen, die Aftermarket-Trainings sowie die regional Trainings integrieren. Wir haben uns daher zuletzt mit WIX/FILTRON Kollegen aus Polen und der Ukraine in Tschechien getroffen, da in allen Standorten eine ähnliche Fertigung existiert und auch die Sprachproblematik gering ist. Neben unserem regulären Know-how Transfer und einer Werksbesichtigung haben wir unsere bereits erstellte „Roadmap“ diskutiert und weiter ergänzt. Das heißt, wir haben relevante Themen besprochen, um gemeinsam die einzelnen Standorte bestmöglich zu fördern. Dabei haben wir beispielsweise auch den jeweiligen Produktmix und mögliche Optimierungen der Fertigung thematisiert.

So bieten wir eine ausgewogene Mischung aus theoretischem Wissen und praktischen Anwendungen für alle Mitarbeiter. Durch die Meetings entstehen nämlich auch immer wieder Kontakte unter den Kollegen, die langfristig einen Vorteil für mehrere Standorte darstellen können und Teamwork über die Ländergrenzen hinaus fördern.

MANN+HUMMEL Training

Trainingsteilnehmer beim Training in Marklkofen

Eine Sprache für alle

Bei den unterschiedlichen Treffen kann es vorkommen, dass unter 15 Teilnehmern bis zu 12 Nationalitäten zusammenkommen und dann steht man vor einer, der bereits angesprochenen, Herausforderungen – die Sprache! Innerhalb der Gruppe ist unsere Basissprache Englisch und soweit funktioniert das auch. Ich stelle allerdings immer wieder interessiert fest, dass einige Teilnehmer untereinander einen Sprachenmix der jeweiligen Nationalität praktizieren. So unterhalten sich Spanier und Brasilianer teilweise auf Portugiesisch, Chinesen und Koreaner finden einen Weg die Schriftzeichen des anderen zu lesen und auch Polen, Tschechen und Ukrainer kommunizieren in einer Mischung ihrer Sprachen.

Auch von unserer Seite fördern wir bestmöglich die Verständlichkeit für alle und produzieren Trainingsvideos zum Beispiel sowohl auf Deutsch und Englisch, als auch auf Spanisch und Chinesisch. Auf diese Weise wollen wir den gesamten Sprachenmix bei MANN+HUMMEL weitestgehend abdecken und die Informationen für alle zugänglich aufbereiten. Letztendlich kommt es aber immer auf die Person an, nicht auf die Nationalität und auch nicht auf die Sprache. Das Wichtigste ist Toleranz, Respekt und die Motivation ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Wer entsprechend dieser Werte handelt, wird auch immer eine Möglichkeit finden, Sprachbarrieren zu überwinden und eine gute Idee für alle zugänglich zu machen. Manchmal reichen dafür ja auch schon ein paar einfache Zeichnungen! Ich möchte nicht sagen, dass es nie zu Missverständnissen kommt – aber die gibt es auch unter Bayern und Schwaben und haben in erster Linie nichts mit der Nationalität zu tun.

Mit Teamwork zum Ziel

Für mich persönlich nimmt Teamwork, auch über die Ländergrenzen hinaus, einen hohen Stellenwert ein, da MANN+HUMMEL nicht nur lokale Aufträge, sondern oftmals Weltaufträge bearbeitet. Wir müssen also in verschiedenen Ländern die gleichen Produkte zur gleichen Qualität produzieren und auch liefern. Da macht es keinen Sinn, dass jeder parallel an den gleichen Herausforderungen arbeitet, durch den Austausch der Kollegen und den Know-how Transfer können wir multinational sehr effizient arbeiten. Aber Arbeit ist nicht alles! Ich fördere auch, dass die Kollegen sich über die Gemeinsamkeiten ihrer Arbeitsfelder hinaus verstehen und einen guten Kontakt zu einander haben, denn nur so kann aus Teamarbeit Bestleistung resultieren. Unsere Agenda beinhaltet für solche Treffen, neben den beruflichen Trainings und Besprechungen, also auch immer wieder gemeinsame Aktivitäten, um das Gemeinschaftsgefühl aller Teilnehmer zu fördern.

Ich habe beispielsweise von 2003 – 2005 für MANN+HUMMEL in Changchun gearbeitet und dort die Process+Technologie Abteilung aufgebaut. Bis heute sind noch fast alle dieser Mitarbeiter bei MANN+HUMMEL beschäftigt und alle paar Jahre veranstalten wir ein gemeinsames Abendessen und pflegen auf diese Weise ein sehr freundschaftliches Verhältnis, auch außerhalb unseres beruflichen Alltags.

MANN+HUMMEL China

Abteilung Prozess+Technologie  MANN+HUMMEL China

 

Während meiner Zeit in China habe ich chinesisch gelernt und bis heute habe ich 1x wöchentlich Unterricht. Dies hat mir nicht nur geholfen mich frei im Norden Chinas ohne Dolmetscher zu bewegen, sondern auch Akzeptanz und besseres Verständnis aufzubauen. Durch die Bereitschaft sich auf eine andere Sprache und eine andere Kultur einzulassen, kann jeder einzelne dazu beitragen, dass das Wir-Gefühl gefördert wird.

Eine Frage der Einstellung

Seit diesem Jahr führen wir „Regional Trainings“ durch, um die Mitarbeiter direkt im jeweiligen Werk mit Ihren Maschinen zu briefen und zu unterstützen. Dabei verfolgen wir den Ansatz: In der Region, für die Region. Da einige Probleme innerhalb der Fertigung auf das jeweilige Equipment zurückzuführen sind, ist es sinnvoll diese Trainings direkt vor Ort abzuhalten, um sich ein Bild von der Situation zu machen. In diesem Kontext bereite ich mich gerade auf ein Regional Training in Brasilien vor, das das Falten von Filtermedien thematisiert und das zweite Training zum Thema „PUR-Dosing“, im November in Shanghai ist ebenfalls bereits ausgebucht. Sie sehen, ich bin viel unterwegs und jedes Mal begeistert von den individuellen Eigenschaften der Länder. Auch hierbei ist es angebracht, sich neben den wichtigsten englischen Worten ein paar nationale Gepflogenheiten anzuschauen und anzueignen, um die Kommunikation und das Verständnis bestmöglich zu fördern. Denn wie heißt es so schön: Andere Länder, andere Sitten – und das kann im ersten Moment manchmal ein echter Kulturschock sein.

China