Selbst heute noch, im 21. Jahrhundert, haben Frauen nur geringe Chancen, in führende Managementfunktionen aufzusteigen, gerade in Branchen wie der Automobilindustrie. Doch ich habe es von der Saisonarbeiterin zur Leiterin der HU-Linie geschafft. In diesem Blogartikel möchte ich schildern, wie alles seinen Anfang nahm. Mein Name ist Dženita Kalabić, und ich bin die neue Leiterin der HU-Linie bei MANN+HUMMEL Bosnien.

Im Laufe der Zeit habe ich durch harte Arbeit und häufiges Einspringen für meine Kollegen im Fertigungsbereich fast alles gelernt, was man über die HU-Linie wissen kann. Ich habe anderen geholfen, weil ich wollte, nicht weil ich musste. Ich arbeite einfach gerne mit Maschinen und mag „Männerarbeit“ sehr. In Tešanj hört man oft diesen Satz: „Wenn dich jemand anruft, geh ans Telefon, denn wenn dich niemand mehr anruft, ist es zu spät.“

Dženita Kalabić an der HU Linie

Als die Stelle des Leiters der HU-Linie frei wurde, zögerte ich nicht, ans Telefon zu gehen. Ein paar Tage später trug ich meine neue Arbeitskluft und trat die neue Stelle an. Wer neue Pflichten übernimmt, braucht manchmal Hilfe von seinen Kollegen.

So sind sie beispielsweise immer zur Stelle, wenn ich schwere Werkzeuge heben muss. Solche Aufgaben kann ich aufgrund eines Wirbelsäulenschadens nicht selbst erledigen. Zum Glück arbeiten in unserem Sektor lauter Gentlemen, die jederzeit bereit sind, zu Hilfe zu eilen. In der HU-Linie arbeiten 13 Mitarbeiter, hauptsächlich Frauen.

Dženita Kalabić MANN+HUMMEL Bosnien

Wenn es darum geht, Aufgaben zu erfüllen, gibt es für unsere weiblichen Mitarbeiter keine Ausnahmen oder Privilegien. Ich habe es nun etwas schwerer. Eigentlich packe ich nämlich lieber selbst an, statt anderen Anweisungen zu geben. Wenn ich also meinen Kollegen bei der Arbeit zusehe, fühlt es sich so an, als würde ich mir selbst zusehen. Ich denke dann: „Genau das habe ich vor ein paar Tagen auch noch gemacht.“

Deshalb versuche ich zu helfen, wo ich kann. Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht die gleichen Aufgaben erledigen sollte wie meine Kollegen, nur weil ich nun ihre Vorgesetzte bin. Kollegen aus anderen Bereichen haben auf diese Veränderung sehr positiv reagiert. Zugleich sind sie jedoch überrascht, in dieser Position keinen Mann, sondern eine Frau anzutreffen. Ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu erledigen. Dabei erwartet mich jeden Tag eine neue Herausforderung.

HU Linie MANN+HUMMEL

Seit vier Jahren bin ich nun schon bei MANN+HUMMEL Bosnien. Als zweifache Mutter stand ich zunächst vor einem Dilemma, als man mir diese Stelle anbot. Verantwortung zu übernehmen, ist nicht einfach. Eines Tages saß ich mit meiner Familie beim Essen am Küchentisch, und bei dieser Gelegenheit fragte ich sie, ob ich die Position annehmen solle.

HU Linien

Meine Kinder schauten mich nur an und sagten: „Du bist eine Supermama.“ In diesem Augenblick lösten sich alle Dilemmas in Luft auf. Meine Familie gab mir die Kraft, die ich brauchte. Noch stolzer war ich, als meine Kollegen mir mitteilten, dass ich erst die zweite Frau in der Geschichte von MANN+HUMMEL sei, die diese Linie leitet.

Am Ende sagte ich JA. JA zu meiner Zukunft bei MANN+HUMMEL Bosnien, JA zu meinen Kollegen und JA zu meiner Familie, weil sie immer an mich glauben.