Sprockhövel ist einer von zehn MANN+HUMMEL Standorten in Deutschland. Das Werk produziert bereits heute die Filterlösungen von morgen: Filteranwendungen für den Feinstaubfresser, für den emissionsfreien StreetScooter der Deutschen Post, für HVAC, Reinräume und Energieversorger. Mit unseren Zukunftstechnologien sind wir also auf Nachhaltigkeit ausgerichtet – und so merkwürdig es vielleicht klingen mag: Im Wettbewerb um die besten Nachwuchskräfte spielt ein Thema eine immer größere Rolle: Das Industriegebiet Stefansbecke, in dem unser Werk angesiedelt ist, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer erreichbar.

Mal aufs Auto verzichten

Wo ist das Problem, sollte man meinen. Stefansbecke liegt wenige hundert Meter nördlich des AB-Dreiecks Wuppertal-Nord, da wo A43 und A46 in die A1 münden. Mit dem Auto sind wir aus allen Richtungen also sehr gut zu erreichen, doch die Zeiten ändern sich. Immer mehr Mitarbeiter, nicht nur die Jüngeren, möchten bewusst auf ihr Auto verzichten können. Sie möchten öffentlich fahren – und ich halte das für gar nicht so verwunderlich in einem Werk, das nachhaltige Filterlösungen produziert.

Karte von Stefansbecke

Unsere langjährigen Mitarbeiter leben im Prinzip schon seit vielen Jahren mit dieser Situation. Hier in Sprockhövel arbeiten rund 125 Kolleginnen und Kollegen bei MANN+HUMMEL, rund 60 von ihnen in der Produktion. Wir arbeiten in drei Schichten. Das Gros der Mitarbeiter kommt aus zwei Orten: Wuppertal und Gevelsberg.

Wer mit dem Bus fahren möchte, muss 30 bis 45 Minuten bis zur nächsten Haltestelle laufen. Nach Schichtende, in den späten Nacht- oder frühen Morgenstunden, eine Dreiviertelstunde durch ein menschenleeres Industriegebiet zu gehen, ist für niemanden besonders angenehm, gerade für unsere Mitarbeiterinnen nicht. Durch die Entfernung haben wir auch immer wieder Wegeunfälle, sei es bei Glatteis oder weil sich jemand beeilen muss.

Unternehmerfrühstück bei MANN+HUMMEL

Also haben wir versucht, mit der Stadt Sprockhövel ins Gespräch zu kommen und sind dort auf offene Ohren gestoßen. Die Verantwortlichen haben uns zunächst geraten, mit anderen Firmen aus dem Industriegebiet in Kontakt zu treten, um eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten. Die Idee war, ein Unternehmerfrühstück zu organisieren. Die Stadt nutzt dieses Veranstaltungsformat regelmäßig, um mit lokalen Firmen gemeinschaftliche Interessen zu diskutieren.

Dieses Mal waren also wir Gastgeber. Um den Fokus der Veranstaltung nicht einseitig auf die öffentliche Anbindung des Industriegebiets zu reduzieren, haben wir unter dem Motto „Familienfreundliches Unternehmen“ eingeladen. Themen waren die Personalgewinnung und die dauerhafte Beschäftigung von Fachkräften sowie die Erreichbarkeit des Standorts. Diese Themen hängen wie eingangs erwähnt direkt zusammen. Entsprechend hoch war das Interesse, was sich auch in der Zahl der Gäste – nämlich 35 aus Industrie, Medien und Stadtverwaltung – gezeigt hat.

Klaus Heldmann

Lösungsvorschläge in der Diskussion

Die Gespräche ergaben, dass mehrere Unternehmen in Stefansbecke das gleiche Problem haben. Einige von ihnen haben schon unterschiedliche Lösungsansätze verfolgt, die meisten aber wieder verworfen. Wir möchten diese Ideen prüfen und uns mit den anderen Unternehmen im kleinen Kreis austauschen.

Unternehmerfrühstück in Sprockhövel

Es gibt mehrere Möglichkeiten: Am liebsten wäre uns natürlich eine eigene Bushaltestelle, unmittelbar hier am Werk. Diese müsste aber von den Buslinien beider Städte (Wuppertal und Gevelsberg) angefahren werden.

Möglichkeit zwei wäre ein Verbund von Unternehmen, die evtl. einen Privatbus dauerhaft einsetzen. Komplett alleine einen solchen Service anzubieten, ist wirtschaftlich schlicht nicht möglich. Die Stadt hat uns bereits angeboten, uns zu unterstützen.

Wir hoffen, eine gute Lösung zu finden, über die ich gerne wieder auf diesem Blog berichten werde.