Warum ein Praktikum machen? In meinem Studium der Kommunikationswissenschaft ist kein Praxissemester vorgesehen. Lediglich acht Wochen werden gefordert, die habe ich in den Sommerferien 2013 bereits geleistet. Im März dieses Jahres unterbrach ich dennoch mein Studium und trat bei MANN+HUMMEL an, um ein halbes Jahr in der Unternehmenskommunikation zu assistieren. Genauer gesagt nahm mich Heike Gehring unter ihre Fittiche – sie ist Online Communications Manager bei MANN+HUMMEL.

Praktika sind für mich Gold wert. Denn mein Studium eröffnet mir jede Menge Arbeitsfelder – vom Journalismus über PR-Arbeit bis zur wissenschaftlichen Karriere. Das Problem ist nur, dass ich weiß, was ich nicht will, aber noch nicht weiß, was ich will. Kein Wunder, bei den ganzen undurchsichtigen Aufgabenfeldern und nebulösen Berufstiteln von modernen Kommunikationsjobs. Social Media Consultant, Junior Community Manager, Social Media Manager – was war nochmal der Unterschied?

Und hier kommt das Praktikum ins Spiel: Konkrete Aufgaben, Abläufe und mehr oder weniger nette Kollegen (bei mir war meist ersteres der Fall – da hatte ich bisher Glück). Im Alltag merkt man schnell, welche Tätigkeiten und Typen welcher Job mit sich bringt und ob man Spaß an ebendem hat, oder eben nicht. Praktika bringen mich weiter auf meiner Suche nach meinem Job und nach meinen Stärken und Schwächen.

Als rasender Reporter in Deutschland unterwegs

Um verschiedene Berufe bei MANN+HUMMEL zu porträtieren, reiste ich als „rasender Reporter“ durch Deutschland. In Speyer, Marklkofen und Sonneberg begleitete ich Kollegen durch deren Alltag und berichtete anschließend auf dem MANN+HUMMEL Blog darüber. Ich bekam einen Einblick in die verschiedenen Untereinheiten einer Unternehmenskommunikation und weiß nun, welche Herausforderungen, Aufgaben und Prozesse in einem international agierenden Unternehmen auf dessen Mitarbeiter warten. Ich (als Student verwöhnt was das Ausschlafen betrifft) bin ein halbes Jahr lang jeden morgen früh aufgestanden und fühle mich nun ein bisschen erwachsener. Für mich war das Praktikum Gold wert.

Aber nicht nur für den Praktikanten lohnt sich der Einsatz. Praktika bringen auch Unternehmen weiter, weil sie immer wieder motivierte Jungspunde in die Firma spülen, die neue Ideen und einen – zumindest am Anfang – unverklärten Blick aufs Unternehmen mitbringen. MANN+HUMMEL schenkt seinen Praktikanten Vertrauen und Verantwortung. Man hat hier begriffen, dass junge Leute das meistens mit guter Arbeit danken. Viele bleiben dem Unternehmen über das Praktikum hinaus erhalten oder erinnern sich nach ihrem Studienabschluss positiv an ihren ehemaligen Arbeitgeber. Unternehmen können so auf Bewerber zurückgreifen, die sie bereits gut kennen und böse Überraschungen vermeiden. Gleichermaßen kennt der Bewerber bereits das Unternehmen und weiß, was ihn erwartet.

Der Praktikant, der Kaffee kocht?

Viele Arbeitgeber haben den Wert von Praktika leider immer noch nicht erkannt und befeuern das Klischee vom schlecht bezahlten, kaffeekochenden Praktikanten. In den sechs Monaten bei MANN+HUMMEL habe ich zwar auch Kaffee gekocht – jedoch nur für mich selbst. Ich bin der Meinung, Praktika bringen beide Parteien weiter – wenn sie vom Unternehmen als die Chance begriffen werden, die sie sind.