Weihnachten in KanadaDie Weihnachtszeit hatte schon immer einen besonderen Platz in meinem Herzen, und das nicht nur wegen der Geschenke. Ich bin in einer kleinen Stadt in Kanada aufgewachsen. Zu Weihnachten waren alle Hauptstraßen und nahezu alle Häuser mit Lichtern und Weihnachtsschmuck dekoriert. Jedes Jahr fand eine Weihnachtsparade statt, bei der der Weihnachtsmann und seine Helfer Zuckerstangen und andere Süßigkeiten an die Kinder verteilten, die vom Straßenrand aus zusahen und sehnsüchtig warteten. Als Kind war das für mich immer die beste Zeit des Jahres.

An Weihnachten Gutes tun

Für meine Eltern bedeutete Weihnachten neben Spaß sicher auch Arbeit. Einerseits war es für sie schön, die großen Augen ihrer Kinder in der Weihnachtszeit zu genießen, andererseits gab es immer etwas zu tun: Wenn das Haus nicht gerade mit Lichterketten geschmückt werden musste, begann die Jagd nach dem neuesten Spielzeug oder dem Schnickschnack, der auf unseren Wunschlisten stand.

Christmasparade in canada

Meine Eltern halfen schon immer jenen, die es nicht so gut hatten wie wir, und Weihnachten war dafür immer eine besonders gute Gelegenheit. Meine Familie besuchte das ganze Jahr über regelmäßig einen älteren Herrn, der keine Familie hatte und allein einige Straßen weiter wohnte. An Heiligabend kochten meine Eltern genug für zwei Familien. Bevor wir uns dann zu Tisch setzten, packten wir die zweite Portion ein und besuchten wieder den netten älteren Herrn. Das hat mich als Kind sehr geprägt, und ich bin froh darüber, bei meiner Arbeit in der Unternehmenskommunikation bei MANN+HUMMEL diese Tradition fortführen zu können.

Gemeinnützige Aktivitäten bei MANN+HUMMEL

Bei MANN+HUMMEL steht es immer an erster Stelle, unseren lokalen Gemeinden etwas zurückzugeben. 2014 haben wir Spenden für die Opfer der Flutkatastrophe in Bosnien gesammelt und ein lokales Kinderkrankenhaus in Ludwigsburg unterstützt. Die Weihnachtszeit bietet für das Unternehmen und seine Mitarbeiter eine weitere großartige Möglichkeit für gemeinnützige Aktivitäten. Ich habe kürzlich an der Organisation der jährlichen Weihnachtsveranstaltungen des Unternehmens mitgewirkt, bei denen MANN+HUMMEL auch mit einigen gemeinnützigen Organisationen vor Ort zusammengearbeitet hat. Eine dieser Veranstaltungen war der „Wunschbaum“. Dabei können unsere Mitarbeiter Kindern aus der Gemeinde einen Weihnachtswunsch erfüllen. Mehr dazu können Sie in Julia Remmeles Blogbeitrag nachlesen.

Zusammen mit einer anderen gemeinnützigen Organisation sammeln wir mit unserem Maskottchen Hummeli auf dem lokalen Weihnachtsmarkt Spenden. Auch intern sorgen wir für eine reibungslose Kommunikation während dieser Veranstaltungen, die den Geist des Gebens fördern, der so einen wichtigen Teil der Weihnachtszeit ausmacht. Letztes Jahr stand ich sogar selbst einige Stunden im Hummeli-Kostüm auf dem Weihnachtsmarkt von Ludwigsburg – zweifellos ein unvergessliches Erlebnis!

Weihachten-Canada-deutschland

Danielle in Hummeli

Wo wir gerade von Weihnachtsmärkten reden: Als Kanadierin kann ich Ihnen sagen, die Weihnachtsmärkte sind für mich ein ganz besonderer Höhepunkt der Vorweihnachtszeit in Deutschland. In Kanada gibt es nichts Vergleichbares. Es ist so herrlich, durch diese Miniweihnachtsdörfer zu schlendern, die im Dezember in fast jeder deutschen Stadt auftauchen und doch alle ihre ganz eigene Atmosphäre haben. An jedem individuell geschmückten Stand kann man besondere Weihnachtsgeschenke kaufen. Hier gibt es alles von Weihnachtsdekoration über Gewürze bis hin zu handgestrickten Mützen und Handschuhen. Auf den Weihnachtsmärkten mit ihren Lichtern, Dekorationen und dem Glühwein, der an einem kalten Wintertag wunderbar wärmt, kommt man erst richtig in Weihnachtsstimmung.

Weihnachten in KanadaWeihnachten in Kanada

Weihnachtstradition in Kanada und Deutschland

In den vergangenen vier Jahren, die ich jetzt schon in Süddeutschland lebe, sind mir noch einige weitere Unterschiede bei den Weihnachtstraditionen von Deutschland und Kanada aufgefallen. Eine dieser Traditionen ist das Öffnen der Geschenke zur Bescherung. In Kanada werden die Geschenke am Weihnachtsmorgen, also am Morgen des 25. Dezember geöffnet. In Deutschland werden die Geschenke traditionell an Heiligabend geöffnet. Der Grund dafür, warum wir in Kanada die Geschenke erst am 25. öffnen, ist natürlich der, dass der Weihnachtsmann am Abend des 24. Dezember erst einmal die Geschenke bringen muss! Befremdlich war für mich zunächst auch, dass viele Deutsche den Weihnachtsbaum erst am 24. Dezember oder kurz davor schmücken. In Kanada fangen wir damit meist schon Anfang Dezember an. Das Haus meiner Mutter verwandelt sich zur Weihnachtszeit regelrecht in einen zweiten Nordpol!

Weihnachten in KanadaWeihnachten in Kanada

Das erinnert mich an eines meiner schönsten Erlebnisse zu Weihnachten. In Kanada stellen die Kinder traditionell Milch und Kekse für den Weihnachtsmann und Karotten für das Rentier hin. Als ich fünf Jahre alt war, rannte ich am Weihnachtsmorgen die Stufen hinunter und fand einen Haufen Geschenke unter dem Baum. Bevor wir jedoch mit dem Öffnen der Geschenke anfangen konnten, rief mein Vater aus der Küche: „Kinder, kommt schnell her, das müsst ihr euch ansehen!“ Wir Kinder rannten in die Küche und siehe da: Die Kekse waren aufgegessen, das Milchglas war leer und die Karotten waren verschwunden. Wir trauten unseren Augen nicht! „Schaut aus dem Fenster!“, rief mein Vater. Wir eilten zum Fenster und sahen zu unserem Erstaunen Karottenstücke im Schnee liegen. Aufgeregt zogen wir unsere Schneeanzüge, Stiefel, Mützen und Handschuhe an und liefen nach draußen, wo die nächste Überraschung auf uns wartete: Auf dem Dach sahen wir Stiefelabdrücke und Spuren eines Rentiers. Meine Geschwister und ich waren begeistert von diesem Beweis, dass der Weihnachtsmann tatsächlich da gewesen war. Diese Erinnerung ist noch immer eine der kostbarsten meines Lebens.

Ich bin sicher, dass jede Familie, ob sie nun in Kanada oder Deutschland lebt, ihre ganz eigenen Traditionen hat. Das liebe ich so an Weihnachten, und ich hatte das Glück, es durch die Augen von zwei unterschiedlichen Kulturen erleben zu dürfen. Nachdem ich nun schon vier Jahre in Deutschland lebe, kann ich sagen, dass eine der größten Gemeinsamkeiten zwischen Weihnachten in Kanada und Deutschland in der Bereitschaft liegt, zu geben und anderen etwas Gutes zu tun. Es ist eine Zeit, in der Menschen und Unternehmen auf aller Welt dankbar sind und etwas zurückgeben.