Weihnachten in Italien nur auf eine einzige Weise zu beschreiben, würde wohl meine (zugegebenermaßen wohl nicht überragenden) schriftstellerischen Fähigkeiten übersteigen. Ich würde jedoch gerne von einigen Bräuchen dieses wunderbaren Fests erzählen.

Kultur und Tradition in Italien

Wie bereits erwähnt ist es nicht einfach, alle Traditionen und Bräuche des italienischen Weihnachtsfests unter einen Hut zu bringen. Doch woran liegt das? Wohl daran, dass sich die Kultur, Gewohnheiten und Traditionen unseres Landes von Norden nach Süden und von Osten nach Westen so völlig voneinander unterscheiden, dass ich jeden Tag etwas über meine „kreative“ Nation dazulerne.

Zurück zu Weihnachten. Die erste große Entscheidung treffen die Italiener am 8. Dezember: Kaufen wir einen Weihnachtsbaum oder stellen wir nur eine Krippe im Wohnzimmer auf? Die Krippe ist hierbei die ältere Tradition, die seit dem Mittelalter gepflegt wird. Später kam dann der Weihnachtsbaum hinzu. Auch die Tradition, Krippen im Freien zu errichten, ist auf der ganzen italienischen Halbinsel verbreitet. Die symbolischen Bringer der Weihnachtsgeschenke unterscheiden sich ebenfalls je nach regionalen Bräuchen: da gibt es den Nikolaus, das Christkind oder Santa Lucia, eine Märtyrerin aus dem 4. Jahrhundert.

Im Süden wie im Norden bleiben die Leute am 24. Dezember, unserem „Vigilia“, sowie am 25. Dezember zuhause, wo alle Feierlichkeiten stattfinden. Es ist eine wunderbare Gelegenheit für die gesamte Familie, bei leckerem, selbst gekochtem Essen gemeinsam eine glückliche, frohe Zeit zu verbringen. Am 26. Dezember wird oft unser „Santo Stefano“ gefeiert.

„Italienische“ Küche

Und das Essen? Die italienische Küche, nach der sich die Leute überall auf der Welt so oft die Finger lecken?

Nun, liebe Leser … es ist erstaunlich! Ich könnte eine Liste all unserer traditionellen Gerichte zusammenstellen, die im Umfang unserer Dokumentation zur Filterherstellung in nichts nachsteht, doch dann müsste man den MANN+HUMMEL-Blog wohl in „Kochen und Aromen“ umbenennen.

Hier aber doch mal eine kleine Auswahl der Gerichte:
Meist gibt es eine Vorspeise mit Fisch: Carpaccio aus Schwertfisch, Thunfisch oder frischem Lachs, Meeresfrüchte oder Tintenfischsalat. Im Norden werden traditionell Ravioli mit Bratenfüllung, Agnolotti gefüllt mit Ricotta und Spinat, Tortellini, verschiedene Risotto-Varianten (Reis mit lokalem Käse, Gemüse oder Wurst) und als Hauptgang Perlhuhn, Kalbfleisch mit Thunfischsoße und verschiedene Fische wie Dorade und Seebarsch serviert. Im Süden findet man eher Lasagne, Tagliatelle, Pasta mit Garnelen, Meeresfrüchte, Aal, aber auch Fleischgerichte mit Lamm oder Ziege. Manche Traditionen können schon einmal extreme Züge annehmen: Im Friaul wird Cialson mit Ravioli zubereitet, die mit Ricotta, Rosinen und/oder getrockneten Feigen, Spinat, Schokolade und Zitronat gefüllt werden! Hier im Piemont gibt es „Bagna Cauda“, eine Art Fondue mit Knoblauch, Anchovis, Oliven, Öl und Butter, in das Gemüse getunkt wird. In einigen Teilen Siziliens werden Involtini zubereitet. Das sind Schwertfischrouladen mit Brotkrumen, Orangensaft, Pinienkernen, Rosinen, Estragon, Ingwer, Knoblauch, Petersilie und Basilikum. Beim Nachtisch sind sich die Italiener jedoch einig: Panettone! Anhand dieser Gerichte sieht man, wie sich die italienische Küche regional unterscheidet.

Weihnachten bei MANN+HUMMEL Italien

In unserem kleinen Büro in Turin mit gerade einmal 22 Mitarbeitern beginnt Weihnachten schon früh mit unserem „Lichterfest“. Im November und Dezember sind viele Plätze und Straßen im Stadtzentrum von Lichtern moderner Künstler wie Vasco Are, Francesco Casorati, Enrico De Paris, Richi Ferrero, Carmelo Giammello, Emanuele Luzzati, Luigi Mainolfi, Mario Molinari, Luigi Nervo, Giulio Paolini, Luigi Stoisa und Francesco Tabusso hell erleuchtet.

Die Lichter sorgen nicht nur für eine malerische Atmosphäre, sondern haben auch einen starken symbolischen und kreativen Wert.

Darüber hinaus hat MANN+HUMMEL Italien dieses Jahr in Aosta ab dem 18. Dezember eine zweitägige Great Place to Work -Veranstaltung zu Weihnachten organisiert. Die Veranstaltung umfasst eine Stadtführung, einen Besuch des Weihnachtsmarkts und ein Abendessen in einer typischen Berghütte. Doch bei aller Vorfreude auf diesen angenehmen Augenblick kommt auch der Geschäftsbetrieb bei unserer Quartalsbesprechung morgen früh nicht zu kurz.

Daher … danke für’s Lesen und frohe Weihnachten!