Wussten Sie, dass es in Deutschland aktuell rund zweieinhalb Millionen Studierende gibt? Etwa zehn Prozent von ihnen, also rund 250.000, sind Ausländer. Die größte Gruppe davon wiederum stammt aus China. Gut 23.000 junge Frauen und Männer aus dem bevölkerungsreichsten Land der Welt nutzen unsere Universitäten für ihre Ausbildung. Warum ist das für mich als Personalleiterin von MANN+HUMMEL interessant? Als weltweit tätiges Unternehmen beschäftigt MANN+HUMMEL Menschen aus aller Herren Länder – und dies nicht nur in den jeweiligen Standorten (also beispielsweise Spanier in Spanien und Amerikaner in den USA), sondern länderübergreifend in allen Werken. Wir tun dies aus gutem Grund: Um als Unternehmen in einer globalisierten Welt erfolgreich zu sein, ist eine internationale Ausrichtung und damit verbunden die Nutzung interkultureller Kompetenzen unabdingbar. Aktuell legen wir einen verstärkten Fokus auf China. Warum? Es ist kein Geheimnis, dass China seit Jahren zu einer der wirtschaftlich am stärksten wachsenden Nationen gehört. Insbesondere in unserer Kernbranche, der Automobilindustrie, sind enorme Potenziale vorhanden. Der chinesische Pkw-Absatz etwa werde laut Verband der Deutschen Automobilindustrie in diesem Jahr auf 17,4 Mio. Einheiten steigen. Das bedeutet mehr als eine Verdopplung der Absatzzahlen von 2009. Zum Vergleich: In Europa sinken die Absatzzahlen seit dem Rekordjahr 2007 kontinuierlich von damals 15,7 Mio. auf prognostizierte 11,8 Mio. für 2014. Für MANN+HUMMEL ist China deshalb einer der strategischen Wachstumsmärkte. Um ihn zu bedienen und die wichtige regionale Präsenz zu garantieren, expandieren wir vor Ort. In meinem Aufgabenbereich muss ich dafür sorgen, dass wir uns auch personell entsprechend verstärken, indem wir uns besonders um qualifizierte chinesische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemühen. Dafür bin ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen nicht nur in China unterwegs, sondern vor allem auch in Deutschland. Hier können wir junge Menschen ansprechen, die bereits nach deutschen Standards ausgebildet werden. Sie verfügen später über eine passgenaue Qualifikation und vor allem über das gleiche Verständnis für unsere Art zu arbeiten. Hinzu kommen in der Regel Kenntnisse der deutschen und der chinesischen Sprache. Das alles erleichtert die spätere Zusammenarbeit ungemein und reduziert grundsätzliche Einarbeitungs- und Qualifikationsmaßnahmen. Um Nachwuchskräfte aus anderen Ländern zu erreichen, halte ich die zahlreichen Veranstaltungen für sinnvoll, die Unternehmen und potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammenbringen. Hierfür sitze ich oft im Flugzeug, denn entsprechende Veranstaltungen gibt es weltweit. In Deutschland selbst besuchen wir mehr als 25 solcher Events aktiv – jüngst speziell für chinesische Bewerberinnen und Bewerber die China Talent Days in Köln. Etwa 2.000 künftige Akademiker waren vor Ort. Leider konnte ich diesmal nicht persönlich anwesend sein, aber meine Kolleginnen und Kollegen präsentierten uns dort als globales Familienunternehmen, das nicht nur anspruchsvolle und attraktive Arbeitsplätze bietet, sondern auch über eine exzellente Unternehmenskultur und hohe Reputation verfügt. Ich kann ein bisschen stolz sagen, dass dieses Gesamtbild auf großes Interesse stieß. Und so knüpfte mein Team zahlreiche Kontakte zu potenziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unsere Standorte in Deutschland und besonders auch in China. Denn es ist keineswegs so, dass chinesische Studierende unbedingt in Deutschland bleiben wollen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die überwiegende Mehrheit anschließend wieder nach Hause gehen möchte. Dabei ist es für jeden jungen, aufstrebenden Menschen natürlich ein schönes Gefühl, dies bereits mit einem Arbeitsvertrag in der Tasche zu tun. Kontakte sind natürlich noch keine unterschriebenen Arbeitsverträge. Aber mein Gefühl sagt mir, dass ich den einen oder anderen Interessenten in den kommenden Monaten mit den Worten “ 曼胡默尔欢迎您 “ begrüßen darf.