Die Bahn ist ein umweltfreundliches Verkehrsmittel. Das ist nicht nur ein Werbeversprechen, sondern lässt sich leicht belegen: Pro Kilometer und Fahrgast erzeugt ein Fernzug durchschnittlich gerade einmal 41 Gramm CO2. Ein privater Pkw emittiert im Schnitt 142 Gramm, ein Passagierflugzeug kommt sogar auf 211 Gramm. Umwelttechnisch wäre es also gut, wenn mehr Menschen mit der Bahn fahren würden. Und auch im Güterverkehr ließe sich ein entsprechender Nutzen für die Umwelt erreichen.

Warum das nicht passiert, hat vielfältige Gründe, die alle zu erörtern diesen Beitrag schon von der Länge her sprengen würden. Ein wichtiger Aspekt, um die Attraktivität der Bahn für seine Nutzer zu steigern, ist die Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Ein entscheidender Faktor dafür ist wiederum die Digitalisierung. Und ich spreche hier nicht von WLAN in den Zügen oder Smartphone-Apps, um Tickets zu kaufen. Digitalisierung bedeutet weit mehr und umfasst insbesondere Bereiche, die die Kunden gar nicht sehen. Zu nennen sind hier die Infrastruktur, Logistik und Wartung – oder kurz gesagt: Schiene 4.0. Das Thema wird auch auf der kommenden InnoTrans, der internationalen Leitmesse für Verkehrstechnik, ein Schwerpunkthema sein. Mit dabei vom 18. bis 23. September ist MANN+HUMMEL – in Halle 18 auf Stand 303.

Cyklon

Filter und vieles mehr auf der InnoTrans

Nun fragen Sie sich vielleicht, was ein Weltmarktführer auf dem Gebiet der Filtration zum Thema Digitalisierung beitragen kann. Das verrate ich Ihnen gern: MANN+HUMMEL bietet natürlich Filtersysteme für alle Systembereiche der Bahn. So zeigen wir auf der Messe in Berlin beispielsweise den größten je vom Unternehmen gebauten Zyklonfilter, der bereits in Nordamerika in der dieselelektrischen Lokomotive Siemens Charger zum Einsatz kommt. Der Zyklon sichert die Luftqualität der Kühlluft für die elektrischen Komponenten für Antrieb und Steuerung der Lokomotive und wurde für einen Volumenstrom von 32.400 m³/h konzipiert, verfügt über 664 Zyklonzellen und wiegt 70 kg.

Ebenfalls zu sehen sein werden unsere praktischen Klimaanlagenfilter, die die bisherigen Matten ablösen. Durch Ihren stabilen Aufbau in Kassettenform spart der Kunde viel Zeit beim Wechsel und schützt seine Mitarbeiter vor gesundheitsschädlichem Staub. In dem Zusammenhang führen wir auch unseren aus dem Automobilbau bekannten Filter FreciousPlus ein, der auch Schadgase, Allergene und Keime zuverlässig aus der angesaugten Luft entfernt. Ebenfalls ein Filterprodukt ist unsere ENTARON HD-Serie, die an Kompressoren, der Motor-, aber auch der Kabinenbelüftung zum Einsatz kommt. Die Filter überzeugen durch besonders hohe Standzeiten und effiziente Abscheideraten von über 85 Prozent in der Vorabscheidung und über 99,99 Prozent Gesamtabscheidegrad. Digital wird es dann mit Senzit.

Ein fertiges Produkt als Idee für die Schiene

Was ist Senzit? Kurz gesagt misst es mit Hilfe innovativer Sensoren in Echtzeit unter anderem den Zustand der Luftfilter und überträgt das Ergebnis an den Anwender. Er kann dann neben dem Beladungsstatus des Luftfilters auch seine Restlaufzeit sowie geleistete Maschinenstunden ablesen. Dies ist nicht nur bequem, sondern spart vor allem Zeit, verringert den Wartungsaufwand, schützt den eigentlichen Motor und ermöglicht die Ausnutzung der vollen Kapazität des Luftfilters. Auf der InnoTrans zeigen wir das bereits für Land- und Baumaschinen erhältliche Produkt.

MANN-FILTER SENZIT

Sicher, es wird in Zügen nicht 1:1 zum Einsatz kommen, da die Einsatzbedingungen deutlich andere sind. Aber uns geht es auch vielmehr darum, der Branche anhand eines bereits bestehenden Produkts zu verdeutlichen, dass vieles für die Digitalisierung bereits grundsätzlich vorhanden ist. Würde man Senzit beispielsweise für die Überwachung von Klimaanlagenfiltern in Zügen einsetzen, ergäben sich zahlreiche Vorteile: Bislang wechseln die Betreiber die entsprechenden Filter einfach in regelmäßigen Intervallen, ob der Filter nun seine Kapazitätsgrenze erreicht hat oder nicht.

Das ist nicht nur ein Kostenfaktor, problematisch wird es, wenn der Wechsel zu spät kommt. In modernen Zügen läuft die Klimaanlage bereits ab 5 Grad Außentemperatur, weil die Reisenden so viel Wärme abstrahlen, dass es ohne Klimatisierung in den Wagons unangenehm werden würde. Man kann sich also leicht vorstellen, dass bei höheren Außentemperaturen die Anlagen besonders viel leisten müssen. Kommt ein Filter nun an seine Kapazitätsgrenze, sinkt die Leistung der Klimaanlage signifikant bis hin zum Ausfall.

Für die Kundenzufriedenheit ist das sicher nicht förderlich. Mit Senzit können Wartungsintervalle punktgenau angepasst und somit die Verfügbarkeit und letztendlich Pünktlichkeit der Züge steigert werden. Das spart nicht nur Kosten, es schont die Klimaanlagen und vor allem die Reisenden. Wir wollen die Messe also nutzen, um Kunden und Interessenten zu zeigen, dass wir nicht nur herausragende Filtrationsprodukte herstellen, sondern auch intelligente Technologien entwickeln, die unseren Kunden einen weiteren Mehrwert liefern.