Was erwartet Schülerinnen und Schüler in ihrem zukünftigen Berufsleben? Was bedeutet es für sie, selbstständig und im Team zu arbeiten? Einblick darüber gibt das Jugendbegleiterprogramm, das MANN+HUMMEL seit 2008 zusammen mit der Gottlieb-Daimler Realschule in Ludwigsburg einmal jährlich durchführt. Für die Teilnahme müssen sich die Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen bewerben.

Was tun die Jugendlichen bei MANN+HUMMEL?

Das Jugendbegleiterprogramm ist auf sechs Monate angelegt. In dieser Zeit kommen die Jugendlichen einmal pro Woche von 14 bis 16.30 Uhr zu MANN+HUMMEL. Dort werden sie von erfahrenen Mitarbeitern im Ruhestand, den sogenannten Jugendbegleitern, in verschiedene Bereiche des Unternehmens eingeführt. Sie absolvieren Workshops, Trainings und Exkursionen zu Themen wie Präsentation und Teamarbeit, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, Finanz- und Rechnungswesen oder betrieblicher Umweltschutz. Außerdem werden sie mit der IT-Welt, dem Einkauf und Vertrieb vertraut gemacht.

Jugendbegleiterprogramm

Seit vier Jahren darf jeder Schüler für sich in einer fiktiven Firma eine Standuhr herstellen. Dabei gründen die Teilnehmer eine kleine Uhrenfabrik mit den wichtigsten Abteilungen, in der sie eine Standuhr designen, konstruieren und bauen. In dieser Firma wird der ganze Herstellungsprozess, von der Materialwirtschaft, Konstruktion über die Produktion bis zur Montage selbständig durchgeführt und erlebt. Die daraus gewonnenen Erfahrungen werden dann mit der Realität von MANN+HUMMEL verglichen. Es wird darüber gesprochen und diskutiert. Diese neuen Erkenntnisse sollen den Schülern helfen, die Berufswelt besser zu verstehen. Außerdem unterstützen die Jugendbegleiter die Jugendlichen beim Schreiben von Bewerbungen und üben in Rollenspielen Vorstellungsgespräche. Der ganze Ablauf des Jugendbegleiterprogrammes wird in einer Dokumentationsmappe von den Schülern festgehalten.

Jugendbegleiter Programm

Welche Ziele verfolgt MANN+HUMMEL mit dem Jugendbegleiterprogramm?

Die Schülerinnen und Schüler sollen erleben, wie ein Unternehmen funktioniert, welche Anforderungen an sie als zukünftige Mitarbeiter gestellt werden und welche Qualitäten sie entwickeln müssen, um im Berufsleben später erfolgreich zu sein. Das Jugendbegleiterprogramm dient auch der Berufsorientierung und der Rekrutierung: Die Teilnehmer können sich selbst ein Bild machen, in welchem Bereich sie einmal arbeiten möchten. In der neunten Klasse Realschule stehen die Jugendlichen ja kurz vor der Entscheidung, ob sie auf eine weitergehende Schule gehen oder eine Ausbildung beginnen sollen. Das Jugendbegleiterprogramm gibt hier wichtige Anstöße. MANN+HUMMEL konnte fast jedes Jahr aus dem Jugendbegleiterprogramm einen Auszubildenden gewinnen. Am Ende des Programms findet eine Abschlussveranstaltung statt, zu der Lehrer und Eltern eingeladen werden. Die Jugendlichen machen sich im Vorfeld viele kreative Gedanken, wie sie ihr Programm präsentieren – sei es in Form von kleinen Filmsequenzen, einem kleinen Theaterstück, Rollenspiele oder mit Pinnwänden.

Ausbildung MANN+HUMMEL

Wie viele Jugendbegleiter gibt es bei MANN+HUMMEL?

Wir sind aktuell sieben Jugendbegleiter: Hans Kaiser, Dieter Breitweg, Ägidius Kleinhans und ich. Seit diesem Jahr neu dabei sind Dieter Kappenstein, Gottfried Vorhemus und Horst Escher. Was uns „alte Hasen“ immer wieder überrascht, ist, dass es so gut funktioniert, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und mit ihnen zu arbeiten. Obwohl sie mit 14 bis 15 Jahren ja mitten in der Pubertät stecken, zeigen sie eine hohe Disziplin, sind pünktlich und motiviert und signalisieren uns, dass ihnen das Programm Spaß macht und sie einen Nutzen für sich darin erkennen. Sie sind unheimlich lern- und wissbegierig, bitten regelmäßig um Feedback und wollen aktiv dabei sein und etwas tun. Ihnen diese Möglichkeit zu geben, ist nicht nur für ein Unternehmen, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes wichtig.