Ende Juni ging es für mich zehn Wochen nach Shanghai. In dieser Stadt mit rund 24 Millionen Einwohnern ist immer etwas los, egal wo. Langweilig wird es einem also nicht.Wenn mich heute jemand nach meinem Auslandsaufenthalt fragt, kann ich nur sagen: Ich habe in dieser kurzen Zeit noch nie so viel erlebt! Wie viele meiner Kommilitonen dachte ich zehn Wochen sind eine lange Zeit, aber nein, die Zeit ist leider wie im Flug vergangen!

Ich, Carmen Pfob, absolviere seit September 2014 ein duales Studium in  Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau bei MANN+HUMMEL in Ludwigsburg in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW). Im Studienplan ist ein Auslandsaufenthalt mit inbegriffen. Als es letztes Jahr an die Planung des Aufenthalts ging, war mir recht früh klar, dass ich,  gerne nach Asien möchte. Mein Wunsch ging in Erfüllung. Meine Aufgabe war es, das  Controlling am MANN+HUMMEL Standort Shanghai zu unterstützen. Dabei konnte ich auf die Unterstützung meiner Entsendungsabteilung , dem Projektcontrolling, immer zählen. Eine Entsendungsabteilung ist die Abteilung, die einen von unserem Firmenhauptstandort in Ludwigsburg aus betreut und gemeinsam mit den Studenten den Kontakt zum anderen Standort herstellt.

MANN+HUMMEL Shanghai

Während meines Auslandsaufenthaltes stand auch mein Geburtstag an. Wie es der Zufall wollte, durfte ich einen Tag vor meinem Geburtstag für drei Tage an unseren Standort nach Changchun. Changchun liegt im Norden von China und ist von Shanghai aus mit einer Flugzeit von drei Stunden zu erreichen. Ich muss sagen, es ist jedes Mal ein einmaliges Erlebnis ein anderes MANN+HUMMEL Werk zu sehen. Jedes hat seine Besonderheit. An meinem Geburtstag gingen wir abends mit den Kollegen vor Ort essen. In China ist es Tradition, dass man an seinem Geburtstag eine Nudelsuppe isst. Diese dufte ich natürlich auch  versuchen. Es handelt sich dabei um EINE sehr lange Nudel am Stück. Diese steht für ein langes und glückliches Leben. Nicht nur diese Tradition symbolisiert die Besonderheit dieser Kultur, auch einige weitere Erlebnisse haben mich in dieser Zeit sehr geprägt.

auslandssemester China

Sollte es euch mal nach China verschlagen, empfehle ich euch in einen Park zu gehen. Nicht wegen der Erholung und um vielleicht der Stadt zu entkommen, sondern um den Trubel und die Musik mitzuerleben. Was für uns wie ein Flashmob oder ähnliches aussieht, ist der beliebte Parksport in China. Ob jung oder alt, alle tanzen zusammen. Am besten ist dieses Erlebnis am frühen Morgen oder wenn es schon dunkel wird, zu beobachten. Zudem sollte man sich nicht erschrecken, wenn ein Auto neben einem hupt,denn in China wird nicht gehupt, weil man vielleicht etwas falsch gemacht hat. Es wird so gut wie immer gehupt, z.B. wenn man überholen oder wenn man einfach nur die Spur wechseln möchte.

Es gibt einen Ort in Shanghai, an den ich immer wieder gehen könnte. Das ist der Bund, die Uferpromenade gegenüber der Skyline. In meinen zehn Wochen war ich einige Male dort. Man könnte meinen man hat irgendwann genug, aber ich konnte es nicht lassen an meinem letzten Abend noch einmal über den Huangpu-Fluss zu fahren und die Skyline ein letztes Mal zu genießen.

skyline shanghai

Die Hälfte meiner Wochenenden war ich auf Reisen, wahrscheinlich sind deshalb meine zehn Wochen so schnell vergangen. China ist zum Reisen ein Traum: sehr vielseitig und viele sehenswerte Orte sind durch das gute Zugnetz schnell zu erreichen. Ich war z.B. in einigen Städten nahe Shanghai: Suzhou, Hangzhou und Nanjing. Auch war ich in Bejing und in Hongkong. Sehr beeindruckend waren auf jeden Fall auch die chinesische Mauer und die verbotene Stadt in Bejing.

Auslandssemester MANN+HUMMEL

Für meine Zeit in Shanghai möchte ich mich bei meinem Betreuer Frank Friedmann und meiner Ausbildungsleiterin Ursula Fritz bedanken. Ohne diese beiden wäre mein Auslandsaufenthalt nie möglich gewesen. Natürlich auch bei meinen Kollegen, die mich bei allen möglichen Fragen unterstützt haben. Denn wie ich sehr schnell gemerkt habe, kann in China leider nicht jeder Englisch. Auf die Hilfe meiner Kollegen war ich somit das ein oder andere Mal angewiesen 🙂

Ende August hieß es dann Abschied nehmen von allen Menschen, die man liebgewonnen und mit denen man in den letzten Wochen so viel Zeit verbracht hat. Ich war sehr traurig, mich von allen zu verabschieden. Aber was einem bleibt, sind die Erinnerungen an das Erlebte. Mit dem Vorsatz wieder nach China zu kommen, ging meine Reise zu Ende.

Bye bye Shanghai! Und bis zum nächsten Mal!