Ob Lasersintern oder Heißgasschweißen – die MANN+HUMMEL GmbH ist hinsichtlich neuer Technologien immer auf dem neuesten Stand. Seit kurzem hat die Lehrwerkstatt am Standort Ludwigsburg einen 3D-Drucker, mit dem die Auszubildenden und dualen Studenten ihre „Hard Skills“ erweitern können.

Im Rahmen unserer ersten Praxisphase kam der Drucker als Bausatz in unsere Hände und es galt, zuerst die Einzelteile zu einem Großen und Ganzen zusammenzufügen und die elektrischen Komponenten anzuschließen. Wir vier neuen, dualen Maschinenbau-Studenten waren von Anfang an so begeistert an das Projekt herangetreten, dass sich die geplante Aufbauzeit von „mehreren Wochen“ auf genau zwei Tage beschränkte, sodass wir uns gleich der Software und dem Drucken widmen konnten.

Wir waren also bereits nach einigen Tagen soweit, das erste Mal das Filament (ein Filament beschreibt in diesem Fall das Ausgangsmaterial, wobei es sich aber auf seine Form, also eine lange, ca. 2 mm dicke Kunststoff-Faser, bezieht) einzulegen und die ersten Probeexemplare zu drucken. Doch die ersten Würfel und Herzchen hatten uns enttäuscht. Mal war es zu kalt, mal war es zu warm und gelegentlich löste sich das Gedruckte von der Heizplatte. Irgendwo war der Wurm drin! Nach ein paar Tagen und einigen unkonventionellen Experimenten, die so von Hersteller sicher nicht gedacht waren, wurden die Ergebnisse endlich besser, da wir mittlerweile auch mit Temperaturen und anderen Einstellungen vertraut waren – aber die Oberflächen waren immer noch nicht perfekt.

Nichtsdestotrotz kamen wir eine Woche später an den Punkt, das Filament zu wechseln, und jemandem (wem sonst als dem Meister persönlich) fiel auf, dass wir das Falsche verwendet haben. Einen viel härteren, bei höheren Temperaturen bearbeitbaren Werkstoff, der als chemisch zersetzbares Stützmaterial gedacht war, haben wir wohl vor lauter Vorfreude fälschlicher Weise aus den etlichen Filament-Rollen ausgesucht. Das neue Material brachte dann auf Anhieb fast perfekte Ergebnisse. Aber auf diese Weise haben wir zumindest gelernt, wie sich das Ändern von Temperatur, Geschwindigkeit, Fülldichte, etc. auf das Druckergebnis auswirkt. Ab dem Zeitpunkt ging es nur noch bergauf und es entstanden komplexe Modelle mit Stützmaterial, die den langen Weg dahin bezahlt machten.

Um die Leistung unseres 3D-Druckers einordnen zu können, bekamen wir ergänzend noch die Möglichkeit, die hochmoderne Lasersinter-Anlage im Musterbau zu besichtigen. Und ja – was soll man sagen – wir staunten nicht schlecht, was so ein Laser aus ein bisschen Pulver erschaffen kann. Da kann selbst der beste 3D-Drucker nicht mithalten.

Anschließend durften wir, das Projekt letztendlich abschließend, eine Betriebsanweisung und eine Anleitung verfassen. Schließlich steht Sicherheit immer an erster Stelle, und es sollen ja alle zukünftigen Azubis und Studenten aus unseren Fehlern lernen können und nicht an den gleichen Problemen zu scheitern drohen.