Die Ausbildung bei MANN+HUMMEL ist der ideale Start ins Berufsleben. Welche Möglichkeiten gibt es, und was gefällt jungen Menschen bei uns im Unternehmen besonders gut? In diesem Blogbeitrag spreche ich mit Patrick Gumpinger, der an unserem Produktionsstandort in Marklkofen ein Verbundstudium Maschinenbau / Industriemechaniker absolviert hat.

Herr Gumpinger, im Herbst 2011 haben Sie bei MANN+HUMMEL in Marklkofen Ihr Verbundstudium Maschinenbau / Industriemechaniker begonnen. Was sind die Mindestvoraussetzungen dafür, und welchen Abschluss hatten Sie?

Gumpinger: Mindestvoraussetzung ist Abitur oder Fachabitur. Ich habe im Mai 2011 am Gymnasium in Landau an der Isar mein Abitur gemacht.

Warum haben Sie sich für ein Verbundstudium entschieden?

Gumpinger: Ein Verbundstudium ist ein Studium in Kombination mit einer Ausbildung in einem bestimmten Unternehmen. Mir hat dieses Modell sehr gut gefallen, weil man nicht nur die Theorie, sondern auch grundlegende Dinge aus dem Produktionsalltag kennenlernt, die man in einem normalen Studium nicht unbedingt mitbekommt. Dazu gehören zum Beispiel praktische Tätigkeiten wie drehen, fräsen oder die ganz normale Fließbandarbeit. Im Unterschied zum dualen Studium mit vertiefter Praxis, das es hier in Bayern ja auch gibt, absolviert man zusätzlich eine Ausbildung – in unserem Fall den Industriemechaniker. Ein weiterer Vorteil ist auch, dass man während des gesamten Studiums eine Ausbildungsvergütung erhält.

Was hat Sie an der Kombination Maschinenbau / Industriemechaniker gereizt?

Gumpinger: Zum einen wollte ich natürlich ein technisches Studium absolvieren. Gereizt hat mich in diesem Fall aber vor allem, dass das Verbundstudium 2011 bei MANN+HUMMEL in Marklkofen neu eingeführt wurde und wir sozusagen Vorreiter waren. Wir konnten also noch sehr viel ausprobieren und mitbestimmen. Mittlerweile ist der Verbundstudiengang hier am Standort fest etabliert.

Haben Sie sich vorab über weitere Studiengänge informiert? Warum haben Sie sich schließlich dazu entschieden, Ihre Ausbildung bei MANN+HUMMEL in Marklkofen zu machen?

Gumpinger: Ich hatte mich auf ein duales Studium bei BMW, einem weiteren großen Arbeitgeber hier in der Region, beworben. MANN+HUMMEL war mir jedoch als Ausbildungsbetrieb am sympathischsten – zum einen hat das Unternehmen einen sehr guten Ruf, zum anderen hatten wir in unserer Ausbildung von Anfang an sehr viel Freiraum. Wir konnten stets Wünsche äußern, wohin wir versetzt werden wollen; wir haben Gleitzeit und letztes Jahr bekam ich sogar vier Wochen Urlaub für eine USA-Reise, was nicht selbstverständlich ist.

Könnten Sie uns kurz ein paar Eckdaten zum Verbundstudium Maschinenbau / Industriemechaniker nennen?

Gumpinger: Ich habe im September 2011 mit der Ausbildung zum Industriemechaniker begonnen. Im Wintersemester 2012 ging das Maschinenbaustudium an der TH Deggendorf los. Während der Semester sind wir an der Uni, in den Semesterferien bei MANN+HUMMEL. Mit der Lehre bin ich seit Januar 2015 fertig. Das Studium endete im Februar 2016.

Welche Abteilungen haben Sie durchlaufen? Welche waren geplant?

Gumpinger: Ich war in der technischen Planung, in der Materialentwicklung und in der Betriebsmittelkonstruktion. Danach machte ich mein Praxissemester in der internationalen Produktionskoordination.

Welche konkreten Tätigkeiten übernahmen Sie dort?

Gumpinger: In der internationalen Produktionskoordination war ich in ein Projekt eingebunden, bei dem es um die Produktmixoptimierung ging. Manche Produkte werden beispielsweise in Deutschland gefertigt und dann für die Weiterverarbeitung in eines unserer Werke in China geschickt. Hier analysierte ich beispielsweise, wie sich die Herstellung dieser Produkte optimieren lässt, beispielsweise in dem sie gleich in China gefertigt werden, oder ob es fertigungstechnische, rechtliche oder vertriebliche Hindernisse gibt. Zu meiner Arbeit in der internationalen Produktionskoordination gehörte auch das Verfassen technischer Normen und Standardisierungen, die dann konzernweit eingehalten werden müssen. Für ein weiteres Projekt war ich in unserem Werk in Tschechien und habe dort Produktionsprozesse für unsere Prozessdatenbank aufgenommen, das war auch eine sehr interessante Erfahrung. Bei der Werkstrukturplanung habe ich den Projektleiter, einen Kollegen von mir, beim Neubau des Lieferantenlogistikzentrums unterstützt.

Wie flexibel waren Sie bei der Gestaltung Ihres Verbundstudiums? Wurden Ihre Interessen berücksichtigt – und was hat Sie besonders interessiert?

Gumpinger: Auf jeden Fall. Die Abteilungen hier am Standort sind gegenüber uns Verbundstudenten sehr aufgeschlossen. Für die Bachelorarbeit konnte ich mir mein eigenes Thema suchen: Ich untersuche den Einsatz von Kunststoffschalen in der Flachluftfilterfertigung.

Was zeichnet das Verbundstudium bei MANN+HUMMEL aus? Was gefällt Ihnen besonders gut?

Gumpinger: Hier in Marklkofen geht es sehr familiär zu – und das obwohl der Standort rund 3000 Mitarbeiter hat. Die Kolleginnen und Kollegen sind alle sehr freundlich, die Atmosphäre ist angenehm. Außerdem ist MANN+HUMMEL als einer der drei größten Arbeitgeber in der Region ein zukunftssicheres Unternehmen. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, dass ich hier das Verbundstudium absolvieren konnte.

Welche Voraussetzungen sollte man Ihrer Meinung nach für dieses Verbundstudium mitbringen?

Gumpinger: Natürlich ein Interesse an technischen Fragestellungen und gute Kenntnisse in den Fächern Mathematik, Physik und Wirtschaftswissenschaften. Letzteres ist meiner Ansicht nach ein wichtiger Aspekt, um die Gesamtzusammenhänge unternehmerischer Tätigkeit zu verstehen. Sonst bleibt man als Ingenieur zu sehr auf das eigene technische Fachgebiet beschränkt.

Welche beruflichen Möglichkeiten standen Ihnen nach der Ausbildung offen?

Gumpinger: Die Perspektiven nach dem Verbundstudium sind relativ breit gefächert: Ich konnte mich grundsätzlich als Maschinenbauer bzw. als Fachmann für Konstruktion und Fertigung oder für Entwicklung und Qualität auf interne und externe Stellen bewerben, aber auch eine kaufmännische Position mit technischem Background waren denkbar.

Patrick Gumpinger in der Produktion

Mittlerweile sind drei Jahre vergangen, Sie sind inzwischen fertig mit Studium und Ausbildung. Wie ist es Ihnen seither ergangen?

Gumpinger: Nach meiner Ausbildung hat sich für mich natürlich die Frage gestellt, wie es anschließend weiter geht. Ich habe dazu dann zusammen mit der Personalabteilung in Marklkofen und auch mit meinem jetzigen Mentor Uwe Scherle nach Möglichkeiten gesucht, wobei sich dabei die Chance ergab, nach Tschechien als technischer Planer zu gehen. Das hat mir sehr zugesagt und im April 2016 begann ich dann meine Arbeit in Okříšky.

Das klingt nach einer großen Herausforderung. Gab es Hindernisse, mit denen Sie zu kämpfen hatten?

Gumpinger: Zu Anfang war natürlich die sprachliche Barriere ein Hindernis. Ich habe mich auf Englisch und Deutsch verständigt, parallel aber Tschechisch gelernt. Durch den täglichen Gebrauch fiel mir das Lernen aber leichter als gedacht und mittlerweile spreche ich fast nur noch Tschechisch.

Wie ging es für Sie weiter in Tschechien?

Gumpinger: Nach einigen Monaten in der technischen Planung wechselte ich zum Erstausrüstergeschäft. Dort war ich in der Prozessoptimierung der bestehenden Anlagen tätig, sowie bei der Beschaffung einer neuen Produktionslinie. Ende letzten Jahres ergab sich für mich dann die Möglichkeit, direkt in die Produktion als Meister zu wechseln. Dies war schon immer ein großer Wunsch von mir und daher eine gewaltige Chance. In dieser Arbeit konnte ich dann Erfahrungen in Personalführung und Organisation der Produktion sammeln. Seit Juni diesen Jahres bin ich nun als Produktionsleiter für einen unserer Produktionsbereiche (Ersatzteile/Aftermarket) tätig. Ich bin dabei verantwortlich für zwei Hallen, die komplett restauriert wurden. Hier geht es hauptsächlich um die Leitung der Produktion, die Implementation der „Production Basics“ und darum, Platz für ältere Produktionslinien zu schaffen, um im Gegenzug wieder mehr Platz für neue Projekte zu haben. Es ist eine sehr interessente Aufgabe.

Haben Sie denn weitere Pläne für die Zukunft?

Gumpinger: Durch meine neue Funktion als Produktionsleiter werde ich mindestens noch zwei Jahre hier in Tschechien bleiben. Danach könnte ich mir aber sehr gut vorstellen, für MANN+HUMMEL erneut woanders im Ausland tätig zu sein. Mich würde auch eine zentrale Funktion in Ludwigsburg reizen – die Möglichkeiten sind vielfältig! Für mich steht aber auf jeden Fall fest, dass ich bei MANN+HUMMEL bleiben möchte.