Bei einem Rennen die härtesten Konkurrenten, bei nächsten Rennen Teamkollegen – diese Achterbahnfahrt erlebten Sebastian Asch, Luca Ludwig und ich in diesem Jahr. Bei den Rennen der ADAC GT Masters kämpfen wir seit Jahren regelmäßig gegeneinander um den Titel. Und da können schon einmal die „Fetzen fliegen“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in einer Sprint-Rennserie mit einem so stark besetzten Feld kommt es manchmal leider auch zu ungeschickten Situationen. Das kann dann schon einmal kurz emotional werden. Doch egal, wie hart die Kämpfe auf der Rennstrecke sind: nach dem Wochenende ist alles wieder vergessen.

Teamgeist ist bei Motorsport ein wichtiger Erfolgsfaktor

Deshalb habe ich auch keine Sekunde gezögert, als ich gefragt wurde, ob ich beim 24h-Rennen als Teil des MANN-FILTER Team ZAKSPEED starten möchte. Kenneth, Basti und Luca sind alle super Fahrer, weshalb das Niveau im Team sehr hoch war. Daher war das Angebot natürlich auch eine tolle Wertschätzung für mich – schließlich ist das Team ZAKSPEED, wie eingangs erwähnt, sonst einer meiner größten Konkurrenten.

Langjährige Partnerschaft und neue Erfahrungen

Bild2

Es ist natürlich immer eine Umstellung und eine Herausforderung, als Neuer zu einem bestehenden Team hinzuzustoßen. In den GT Masters fahre ich nun bereits die sechste Saison mit dem gleichen Team in fast gleichbleibender Besetzung – da wächst man natürlich eng zusammen, lernt sich kennen und baut Vertrauen zueinander auf. Ganz anders beim 24h-Rennen: Hier handelt es sich um eine kurzfristige Zusammenarbeit auf Zeit, man kennt die Mannschaft, die Ingenieure und Mechaniker, ihre Arbeitsweise und die Abläufe im Team nicht. Es gilt, sich schnell zurechtzufinden, viel zu beobachten und sich auf das Wesentliche zu fokussieren. Aus der Erfahrung heraus funktioniert das aber immer relativ schnell – als Rennfahrer gehört das einfach mit dazu, denn Teamgeist ist im Motorsport mit das Wichtigste.

Mein Weg in den Motorsport

Und solche Erfahrungen konnte ich bereits reichlich sammeln, da ich schon seit meiner Kindheit an meiner Rennfahrerkarriere arbeite. Mit acht Jahren saß ich das erste Mal in einem Kart. Damals hatte ich allerdings überhaupt keinen Spaß daran. Nur ein paar Jahre später, mit 12, hat es mich dann doch in den Kart-Sport gezogen – und plötzlich war nicht nur der Spaß da, sondern auch der Ehrgeiz. Mit der Übung kamen dann auch erste Erfolge, und der Grundstein für eine Karriere im Motorsport war gelegt. Mit 16 bin ich dann ins Auto gewechselt – übrigens bevor ich meinen Führerschein im „echten Leben“ hatte. 2010 kam mein Durchbruch im GT3-Sport mit dem Titel als Europameister, was meine Karriere natürlich extrem nach vorne brachte. Hier habe ich übrigens auch Kenneth kennengelernt.

Heute gehe ich bei verschiedensten Rennen an den Start, und jedes hat seinen ganz eigenen Reiz. Für mich sind die GT Masters aber zurzeit einfach die interessanteste Rennserie: Ich mag die harten Zweikämpfe, die Sprints, in denen man sich direkt mit anderen messen kann, den hohen Leistungsdruck und die starke Konkurrenz, bei der jeder Fehler sofort bestraft wird… das ist für mich „echter“ Motorsport. Und noch lange habe ich nicht alles erreicht, was ich will: So wartet unsere neue Corvette zum Beispiel noch auf ihren ersten Langstrecken-Einsatz auf der Nordschleife.

MANN-FILTER Team ZAKSPEED: Kenneth Heyer, Sebastian Asch, Daniel Keilwitz (Luca Ludwig fehlt im Bild).

Das 24h-Rennen mit dem MANN-FILTER Team ZAKSPEED als Teamkollege von Kenneth, Basti und Luca hat sehr viel Spaß gemacht und war eine tolle Erfahrung: Heftige Wetterkapriolen, kleinere Rückschläge und Spannung bis zum Schluss, ein toller Nachtstint und am Ende ein klasse Ergebnis mit P6.
Doch nun fiebere ich wieder auf einen spannenden Konkurrenzkampf in den GT Masters hin… denn noch ist alles offen!
Auch auf ein Wiedersehen mit MANN-FILTER freue ich mich schon – ob als Konkurrent oder in alter Teamkonstellation? Das wird sich zeigen. 🙂